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Geflügelwirtschaft: Dialog mit den Verbrauchern

Wie werden Hühner aufgezogen? Gibt es eine staatliche Aufsicht und wir funktioniert die? Fragen mit denen sich der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) in den letzten Monaten auseinandersetzen musste. Die stark in die Kritik gekommene Branche will mit einem offenen Verbraucherdialog verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.

Berlin (csr-news) > Wie werden Hühner aufgezogen? Gibt es eine staatliche Aufsicht und wir funktioniert die? Fragen mit denen sich der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) in den letzten Monaten auseinandersetzen musste. Die stark in die Kritik gekommene Branche will mit einem offenen Verbraucherdialog verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.

Vor allem die Aufzucht der Hühner liegt den Verbrauchern am Herzen gefolgt vom Umweltverhalten der Branche, dem Einsatz von Antibiotika und grundsätzlichen ethischen Fragen zu Tierrechten und der Lebensqualität von Zuchttieren. Fragen einreichen konnten und können die Verbraucher auch weiterhin über die Onlineplattform deutsches-geflügel.de an den Verband. Welche Fragen dann tatsächlich am Ende eines jeden Monats beantwortet werden, entscheiden die Verbraucher selbst. Mit einem Klick kann Interesse an einer Frage bekundet werden. Die fünf Fragen mit dem höchsten Verbraucherinteresse werden dann von Experten der Geflügelwirtschaft beantwortet. Dies auch sehr ausführlich, ob die Antworten den Verbrauchern genügen, lässt sich dann nicht mehr ablesen, entsprechende Bewertungs- oder Kommentarfunktionen sind nicht vorgesehen. Bislang ist der Verband mit der Aktion zufrieden und hat zentrale Ergebnisse jüngst im „Dialogjahrbuch 2012“ veröffentlicht. Leo Graf von Drechsel, Präsident des ZDG: „Dass das digitale Dialogangebot so gut von den Verbrauchern angenommen worden ist, bestärkt uns in der Auffassung, mit Transparenz und Dialog den richtigen Weg zu beschreiten“. Besonderen Wert legt er auf die Feststellung, dass es sich nicht um einen „Schönwetterdialog“ handelt, auch kritische Fragen würden genauso veröffentlicht und beantwortet. „Uns ist es wichtig, individuell auf bestehende Informationsbedürfnisse einzugehen, Unklarheiten zu beseitigen und Verunsicherung abzubauen“, so Drechsel, „und wir wollen, dass die Verbraucher auch weiterhin vertrauensvoll zu deutschem Geflügelfleisch greifen können“. Deshalb soll der Dialog auch in Zukunft fortgesetzt werden. Wie glaubhaft dieser dann betrieben wird, das können nur Taten zeigen. Für Drechsel geht es genau darum, die Bedeutung des Dialogs hervorzuheben, ohne dabei das aktive Handeln zu vernachlässigen. Drechsel: „Die deutsche Geflügelwirtschaft steht Erneuerungen aufgeschlossen gegenüber und treibt kontinuierlich Verbesserungen voran“. Einen Überblick auf die im Jahr 2012 angestoßenen Weiterentwicklungen wie die unangekündigten Spotaudits als zusätzliche Kontrollen zu Tierwohl, Tiergesundheit und Hygiene, das im QS-System umgesetzte Antibiotikamonitoring oder die Beratungen zu den bundeseinheitlichen Eckwerten zur Putenhaltung werden im Dialogbuch ebenfalls behandelt. Rund 300.000 Euro hat die Branche 2012 in die zusätzlichen Spotausdits investiert. Mehr als 12.000 dieser Audits wurden im letzten Jahr an 669 Standorten durchgeführt. Rund 82 Prozent der untersuchten Betriebe wurde daraufhin die Bestnote A vergeben, nur in zwei Prozent der Fälle sollen Nachbesserungen erforderlich gewesen sein. Mit ihrer Dialogoffensive hat die Geflügelwirtschaft einen neuen Weg eingeschlagen. Wenn er gelingen soll, dann müssen die Antworten überprüfbar werden, jeder neue Skandal kann diesen Dialogprozess zerstören

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