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Güterverkehr der Zukunft: Lkws zwischen Transporteffizienz und Sicherheit

Der Güterverkehr in Deutschland ist für rund 10 Prozent der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich, allerdings ist bei steigender Transportleistung der Energiebedarf leicht rückläufig. Güterverkehr ist eine Begleiterscheinung der globalisierten, arbeitsteiligen Welt und wird, wie Studien belegen, auf absehbare Zeit seine Bedeutung nicht verlieren. Eine Studie der Heinrich-Böll-Stiftung beschäftigt sich nun mit der Zukunft des Güterverkehrs.

Berlin (csr-news) > Der Güterverkehr in Deutschland ist für rund 10 Prozent der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich, allerdings ist bei steigender Transportleistung der Energiebedarf leicht rückläufig. Güterverkehr ist eine Begleiterscheinung der globalisierten, arbeitsteiligen Welt und wird, wie Studien belegen, auf absehbare Zeit seine Bedeutung nicht verlieren. Eine Studie der Heinrich-Böll-Stiftung beschäftigt sich nun mit der Zukunft des Güterverkehrs.

Wenn Güterverkehr nicht reduzierbar ist, dann sollte er möglichst effizient und sicher sein. Auch wenn Flugzeuge, Schiffe und die Bahn ihren Anteil am Güteraufkommen tragen, vor allem im Nahverkehr ist ein Verzicht auf Lkws nicht möglich. Bis 2050 soll das Güteraufkommen über alle Verkehrsträger um 46 Prozent steigen und dann ein jährliches Volumen von 5,468 Millionen Tonnen erreicht haben. Nun wollte die, den Grünen nahestehende, Heinrich-Böll-Stiftung wissen, wie man den Güterverkehr auf der Straße optimieren kann. Dazu hat sie am Institut für Automobiltechnik bei Prof. Günther Prokop und Andre Steller eine Studie in Auftrag gegeben. Mit dem Titel: „Der Güterverkehr von morgen – Lkws zwischen Transporteffizienz und Sicherheit“, wurde diese nun veröffentlicht. Ein Fazit: Bislang wird für die Beurteilung der Emissionen überwiegend der Kraftstoffverbrauch als während des Betriebs herangezogen. Für ein reales Abbild wäre allerdings eine vollständige Emissionserfassung über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge notwendig. „Andernfalls“, so die Forscher, „besteht die Gefahr, eine Emissionsverlagerung als Emissionseinsparung zu werten und damit keinen tatsächlichen Vorteil in der Emission klimaschädlicher Gase zu erzielen“. Zur Lösung werden sowohl Maßnahmen vorgeschlagen, die den Güterverkehr betreffen, als auch solche, die sich direkt auf die Weiterentwicklung der Lkws beziehen. Insgesamt gilt es, den Güterverkehr effizienter zu gestalten. Dafür sind vor allem, so die Forscher, moderne Telematiksysteme und Verkehrsmanagementsysteme geeignet. Neben einer Erhöhung der Sicherheit und einer Reduzierung der Emissionen gilt es zudem, die Vorteile der einzelnen Verkehrsträger maximal auszunutzen. Dennoch wird der Lkw seine Bedeutung behalten und muss demzufolge im Rahmen einer bestehenden Infrastruktur optimal verbessert werden. Die in den letzten Jahren erzielten Fortschritte bei der Effizienzverbesserung von Pkws müssen nun auf Lkws übertragen werden. Vor allem die Bauweise könnte die Effizienz hinsichtlich des Treibstoffverbrauchs und damit des Emissionsausstoßes verbessern, sie könnte aber auch erheblich zu einer höheren Sicherheit beitragen. Um rund 30 bis 40 Prozent lässt sich der Kraftstoffverbrauch durch eine aerodynamische Anpassung der Form erreichen. Als Beispiel erwähnen die Forscher das von MAN angebotene Concept S (siehe Foto). Ein völlig neues Designkonzept, mit dem sich bis zu 25 Prozent der CO2-Emissionen einsparen lassen, ohne die Ladekapazität einzuschränken. Neben einer Verbesserung der Effizienz des Güterverkehrs auf der Straße haben sich die Forscher auch mit der Sicherheit beschäftigt. Zwar würden sich laut Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik die Unfallzahlen bei stark gestiegenem Transportvolumen, dennoch sind bei Unfällen mit Lkws überdurchschnittlich viele Unfallopfer zu beklagen, so die Forscher der Studie. Ein Grund dürfte die Unübersichtlichkeit der Fahrzeuge sein, ein weiterer die Überlastung der Fahrer. Mit der Einführung sogenannter Fahrer-Assistenzsysteme könnten deutliche Verbesserungen erreicht werden. Die für Ende 2013 eingeführte Verpflichtung zum Einbau von Notbremsassistenten halten die Forscher allerdings nur für einen ersten, längst nicht ausreichenden Schritt.

Die gesamte Studie gibt es als Download oder kann bei der Böll-Stiftung bestellt werden.