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Vorwürfe der Ausbeutung von Bauarbeitern in russischem Sotschi

Genf (afp) – Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat russischen Verantwortlichen vorgeworfen, ausländische Bauarbeiter für die Olympischen Winterspiele in Sotschi am Schwarzen Meer im kommenden Jahr systematisch auszubeuten. Vielen Arbeitern aus früheren Sowjetstaaten seien die Reisepässe abgenommen worden, erklärte HRW am Mittwoch im schweizerischen Genf. Zudem würden die Bauarbeiter gezwungen, in Zwölfstundenschichten zu arbeiten, ohne dass ihnen genügend Freizeit zugestanden werde.

Die russischen Behörden wiesen die Anschuldigungen zurück. Der Chef der örtlichen Einwanderungsbehörde in Sotschi, Eduard Bidschakow, nannte den Bericht „erlogen“. Selbst wenn es einzelne Verstöße gebe, könne von systematischen Problemen nicht die Rede sein, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Schließlich basiere der HRW-Bericht auf Gesprächen mit nur 66 Arbeitern, während in Sotschi zehntausende Bauleute im Einsatz seien. Unter den in Sotschi eingesetzten Arbeitern sollen etwa 16.000 Ausländer sein, unter anderem aus Armenien, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan.

Die staatliche Baugesellschaft Olympstroj erklärte, die russischen Gesetze „mit Blick auf die Rechte von Arbeitern bei den Baumaßnahmen in Sotschi“ zu achten. In den vergangenen beiden Jahren habe es mehr als 1300 Kontrollen gegeben, wobei vor allem Sicherheitsmängel beanstandet worden seien.

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi sollen in einem Jahr, am 7. Februar 2014, beginnen. Für die russische Führung unter Präsident Wladimir Putin ist das Großereignis ein wichtiges Prestigeprojekt. Negative Schlagzeilen macht es auch immer wieder wegen Vorwürfen der Umweltzerstörung und -verschmutzung.