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Wie nachhaltig sind Glasverpackungen?

Glas spielt neben Kunststoff in der Verpackungswelt, vor allem in Mehrwegsystemen, eine wichtige Rolle. Oftmals wird Glas automatisch als nachhaltig bezeichnet. Wie es aber genau um die Nachhaltigkeit steht, wollte der Bundesverband Glasindustrie wissen und hat das Wuppertaler Institut für Klima mit einer Untersuchung beauftragt.

Düsseldorf (csr-news) > Glas spielt neben Kunststoff in der Verpackungswelt, vor allem in Mehrwegsystemen, eine wichtige Rolle. Oftmals wird Glas automatisch als nachhaltig bezeichnet. Wie es aber genau um die Nachhaltigkeit steht, wollte der Bundesverband Glasindustrie wissen und hat das Wuppertaler Institut für Klima mit einer Untersuchung beauftragt.

Es ging darum, die Nachhaltigkeit von Glasverpackungen in ihrer Gesamtheit messbar zu machen. „Durch einen rein ökobilanziellen Ansatz werden Aspekte wie die Schonung natürlicher Ressourcen, Rohstoffunabhängigkeit, Recyclingqualität oder auch regionale Effekte nicht ausreichend berücksichtigt. Ökonomische und soziale Aspekte, die auch zur Nachhaltigkeit gehören, fanden bisher gar keine Beachtung. Daher haben wir einen neuen, nämlich ganzheitlichen Studienansatz gewählt“, erklärt Dr. Johann Overath, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands. Rund 7,5 Millionen Tonnen Glas wurden 2011 in Deutschland produziert, davon knapp 4 Millionen Tonnen Behälterglas. Im Bereich der Verpackungen stehen diese im direkten Wettbewerb mit Verpackungen aus Kunststoff. Für die Studie wurden deshalb die 0,7-Liter-Glas-Mehrwegflasche der Genossenschaft Deutscher Brunnen, die sogenannte GDB-Flasche, im Vergleich zu Mineralwasser-PET-Mehrweg (PET-MW) und PET-Einweg (PET-EW) analysiert. Insgesamt zeigt der Vergleich, dass Glas-MW gegenüber PET-EW in der Mehrzahl der angesetzten Indikatoren deutlich besser abschneidet, besonders auch in dem neu betrachteten Indikator Materialintensität. Das bedeutet, dass Glas-MW deutlich effizienter mit Ressourcen umgeht als PET-EW. Glas-MW und PET-MW benötigen etwa ähnlich viele Ressourcen, Glas-MW steht aber z.B. in den Indikatoren „Diffusion von Stoffen in den Inhalt“ und „Regionale Strukturen“ erkennbar besser da. Im Produktvergleich zeigt sich, dass die 0,7 l Glas-MW-Flasche regionalere Strukturen aufweist als die Wertschöpfungsketten der PET-MW- und PET-EW-Flaschen. Dies liegt vor allem daran, dass die Rohstoffe, die für die Glasherstellung benötigt werden, in Deutschland ausreichend vorhanden sind. Weiterhin finden die Glasherstellung sowie das Glasrecycling in der Regel in Deutschland statt. Die Studie macht deutlich, dass ökologische Potenziale aufseiten der Behälterglasindustrie größtenteils ausgeschöpft werden, so beispielsweise auch beim Energieverbrauch, der für die Betriebe der Behälterglasindustrie eine wichtige Rolle spielt. Mögliche Potenziale für nachhaltigere Glasverpackungen ließen sich in ökologischer Hinsicht zum Beispiel durch die Umstellung der Verschlüsse, eine Steigerung der Füllvolumina und die noch effizientere Nutzung der Abfüllmaschinen erschließen. „Die ersten Studienergebnisse zeigen, dass Glasverpackungen in Sachen Nachhaltigkeit eine führende Marktstellung einnehmen und gleichzeitig noch Potenzial haben, das die Behälterglasindustrie gemeinsam mit den Abfüllern ausschöpfen möchte. Nachhaltigkeit wird als Anspruch an Verpackungen bestehen bleiben, deshalb werden wir das Thema weiter verfolgen“, so Overath.

Weitere Informationen auf der Website glas-aktuell des Bundesverbandes Glasindustrie.