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Immer mehr Hersteller nutzen „Ohne Gentechnik“-Siegel

Nürnberg (afp) – Immer mehr Lebensmittelhersteller verkaufen Produkte mit dem einheitlichen Siegel „Ohne Gentechnik“. Mittlerweile hätten 122 Firmen die Berechtigung, die Kennzeichnung auf ihre Produkte zu drucken, sagte der Leiter der Geschäftsstelle des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik, Alexander Hissting, der Nachrichtenagentur AFP. Ende 2011 habe sich die Gesamtzahl der Lizenznehmer für das Siegel noch auf 102 belaufen. Derzeit befänden sich im Lebensmitteleinzelhandel schätzungsweise rund tausend Produkte mit der Kennzeichnung in den Regalen.

Im vergangenen Jahr sei die Entwicklung der Siegelnutzer und Mitglieder des Verbandes „etwas langsamer“ verlaufen als 2011, sagte Hissting am Rande der Branchenmesse BioFach in Nürnberg. Jedoch täusche der reine Blick auf die Zahlen etwas. 2012 sei 20 Firmen die Lizenz für das „Ohne Gentechnik“-Siegel aberkannt worden. Diese hätten das Logo beim Bundesverbraucherschutzministerium zu einer Zeit beantragt, als dessen Nutzung noch kostenlos gewesen sei. Diese Unternehmen hätten das Siegel aber nie eingesetzt und sich nun entschieden, die mittlerweile kostenpflichtige Lizenz nicht mehr in Anspruch nehmen zu wollen.

Mittlerweile seien im Verband 164 Unternehmen organisiert, sagte Hissting. 86 Lebensmittelhersteller seien Verbandsmitglieder und nutzten zugleich auch das „Ohne Gentechnik“-Siegel. Weitere 36 nutzten nur das Siegel, ohne Mitglied zu sein. 42 Firmen seien nur Verbandsmitglied, ohne das Siegel zu nutzen.

Prominenteste Neumitglieder des Verbandes 2012 seien der Lebensmitteleinzelhändler Rewe, der Brauereikonzern Oettinger und Edeka Südwest mit Sitz im baden-württembergischen Offenburg gewesen. Bekanntere neue Nutzer des Siegels im vergangenen Jahr seien der Joghurt-Hersteller Bauer gewesen, der Nudel-Produzent Zabler oder der Wurst-Hersteller Gebrüder Kupfer.

2009 hatte das Bundesverbraucherschutzministerium das einheitliche Siegel „Ohne Gentechnik“ vorgestellt. Bei der Kennzeichnung handelt es sich um eine grüne Raute mit der weißen Aufschrift „Ohne Gentechnik“. Mittlerweile wird das Siegel vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik vergeben. Hersteller müssen sich bei der Nutzung des Logos verpflichten, Lebensmittel vollkommen ohne die Nutzung von Gentechnik zu produzieren. Dies schließt etwa ein, dass auch Milchkühe nicht mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert werden dürfen.

Unternehmen, welche die Worte „Ohne Gentechnik“ auf ihre Produktverpackungen drucken wollen, müssen nicht zwingend das einheitliche Logo verwenden. Für sie gilt jedoch genauso gesetzlich vorgeschrieben die Verpflichtung, vollkommen auf Gentechnik zu verzichten. Rewe etwa setzt bei der Kennzeichnung von Produkten ohne Gentechnik auf eine eigene Kennzeichnung.