Nachrichten

Langzeitkonto zum Ansparen von Arbeitszeit erst in wenigen Firmen

Nürnberg (afp) – Ein Langzeitkonto, um Arbeitszeit etwa für eine längere Freistellung anzusparen, bieten bislang nur wenige Unternehmen ihren Beschäftigten. Insgesamt seien es nur zwei Prozent, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg am Donnerstag mit. Bei größeren Betrieben ab 500 Beschäftigten steige die Tendenz aber deutlich: Vor zehn Jahren boten demnach zwölf Prozent dieser Firmen ihren Mitarbeitern ein Langzeitkonto an, inzwischen seien es schon 22 Prozent.

Langzeitkonten mit angesparter Arbeitszeit ermöglichen Beschäftigten längere Arbeitsunterbrechungen bei vollem Gehalt – etwa für Auszeiten, Weiterbildung, Familienzeiten. Altersbezogene Langzeitkonten erlauben einen vorzeitigen Ruhestand oder Altersteilzeit ohne staatliche Unterstützung. Laut IAB verwenden Arbeitnehmer angesparte Zeit am häufigsten für längere Freistellungen oder Familienzeiten, seltener für die Weiterbildung. Für die IAB-Forscher ist dies ein möglicher Hinweis, dass die Weiterbildung im Rahmen der normalen Arbeitszeit und/oder auf Initiative der Beschäftigten neben dem Beruf erfolgt.

Bei kleineren Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten sind Langzeitkonten laut IAB „seit Jahren“ wenig verbreitet, bei mittleren mit bis zu 500 Mitarbeitern betrage der Anteil zwölf Prozent. „Normale“ Arbeitszeitkonten, mit denen monatlich oder jährlich die tatsächlich geleistete Arbeitszeit mit der vorgeschriebenen abgeglichen wird, sind schon weit verbreitet: Laut IAB hat jeder zweite (54 Prozent) ein solches Arbeitszeitkonto. Der Anteil der Betriebe mit diesem Instrument liegt demnach bei fast 34 Prozent.