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Deutsche Bank und Allianz warnten selbst vor Rohstoff-Spekulationen

Berlin (afp) – Bei der Deutschen Bank und dem Versicherungskonzern Allianz gibt es entgegen öffentlicher Äußerungen sehr wohl Vorbehalte gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Die Verbraucherorganisation Foodwatch veröffentlichte am Sonntag sechs Papiere aus den Forschungsabteilungen der beiden Unternehmen, in denen Experten warnen, dass die Spekulationen zu Preissteigerungen und damit zu Hunger führen können. Die Hauptursachen sind demnach aber Entwicklungen wie die steigende Nachfrage und die wachsende Biokraftstoff-Produktion.

Deutsche Bank und Allianz hatten in den vergangenen Monaten trotz Kritik erklärt, sie wollten an Spekulationen mit Agrarrohstoffen festhalten. Sie bestritten einen Zusammenhang zwischen Spekulationen auf Nahrungsmittel und Preissteigerungen.

Foodwatch veröffentlichte nun ein „ausschließlich zur internen Nutzung, vertraulich“ gekennzeichnetes Allianz-Papier, worin es heißt: Es sei doch „wahrscheinlich“, dass „spekulative Kapitalströme die Preisentwicklung zumindest verstärkt haben“. In einem anderen Papier von 2008 heißt es: „Die Preisausschläge an den Agrarmärkten wurden durch spekulative Faktoren nicht ausgelöst, aber verstärkt.“

In den von Foodwatch veröffentlichten Dokumenten der Abteilung Deutsche Bank Research heißt es etwa, „auch die Spekulation hat zu Preissteigerungen beigetragen“. Und weiter: „Solche Spekulationen könnten für Landwirte und Verbraucher gravierende Folgen haben und sind im Prinzip nicht akzeptabel.“

Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode erklärte in Berlin, der eigentliche Skandal sei, dass Deutsche Bank und Allianz ganz genau wüssten, welchen Schaden sie mit ihren Finanzprodukten anrichteten, die Öffentlichkeit aber täuschten. Foodwatch forderte die beiden Unternehmen auf, sämtliche Finanzprodukte, die auf die Preisentwicklung von Agrarrohstoffen wetten, sofort vom Markt zu nehmen. Mehrere Banken, darunter die britische Barclays-Bank und die DekaBank als Fondstochter der Sparkassen. Wie Foodwatch hat auch Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) wiederholt die Spekulation mit Nahrungsmittelrohstoffen kritisiert.

Die Dokumente auf >> im Internet auf www.foodwatch.de