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Bangladesch: C&A und CCC für branchenweite Brandschutzinitiative – Hilfsprogramm startet

Vertreter der Kampagne für Saubere Kleidung übergaben am Montag in der deutschen C&A-Verwaltung in Düsseldorf über 8.000 Protestunterschriften. Darin wir der Textilkonzern aufgefordert, Verantwortung für die Folgen eines Fabrikbrandes in Dhaka zu übernehmen, bei dem im November 112 Menschen starben. C&A berichtete bei dieser Begegnung über sein Engagement für die Opfer aus der ehemaligen Zulieferfirma und über Konsequenzen für den Brandschutz.

Düsseldorf (csr-news) – Vertreter der Kampagne für Saubere Kleidung übergaben am Montag in der deutschen C&A-Verwaltung in Düsseldorf über 8.000 Protestunterschriften. Darin wir der Textilkonzern aufgefordert, Verantwortung für die Folgen eines Fabrikbrandes in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, zu übernehmen, bei dem im November 112 Menschen starben. C&A berichtete bei dieser Begegnung über sein Engagement für die Opfer aus der ehemaligen Zulieferfirma und über Konsequenzen für den Brandschutz.

Nach Angaben der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC – Clean Clothes Campaign) sind seit 2005 in Bangladesch mehr als 700 Beschäftigte durch Brände in Textilfabriken umgekommen. Nach Auffassung der NGO muss der Brandschutz in einer branchenweiten Initiative und unter Einbeziehung der Gewerkschaften sichergestellt werden. „Die CCC fordert deshalb C&A auf, einem internationalen Brandschutzabkommen beizutreten, das lokale Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen in Bangladesch erarbeitet haben“, erklärte die CCC-Vertreterin Gisela Burckhardt. Dieses Brandschutzabkommen hätten bereits der US-Konzern PVH mit den Marken Calvin Klein und Tommy Hilfiger sowie Tchibo unterzeichnet.

70 Kinder verloren Eltern

Bei der Begegnung erläuterte der Leiter des Sustainable Business Development bei C&A Europa, Phil Chamberlain, Einzelheiten eines Hilfsprogramms für die Opfer der Brandkatastrophe in Dhaka. 70 Kinder aus 46 Familien hatten dabei mindestens einen Elternteil verloren. Diese Kinder erhalten bis zum Alter von 18 Jahren monatlich einen Betrag von 50 US Dollar (38 Euro). Für 50 ehemalige Mitarbeiter von Tazreen Fashion, die aufgrund von Brandverletzungen ihre Arbeit noch nicht wieder aufnehmen konnten, wird C&A bis zu ihrer gesundheitlichen Wiederherstellung für die medizinische Versorgung zahlen und den Verdienstausfall ausgleichen. Und jede Familien, die einen Angehörigen verloren hat, erhält durch die C&A Foundation 1.200 USD (910 Euro). Insgesamt will C&A fünf Millionen Euro für die Opferhilfe und den Brandschutz zur Verfügung stellen.

C&A verstärkt seine Brandschutzaudits bei lokalen Zulieferern und will in allen Produktionsstätten die Elektroinstallation und den baulichen Zustand prüfen. Die ersten Audits werden im März abgeschlossen. Zusätzlich wird es Brandschutz-Schulungen geben. Einig sind sich C & A und die CCC in der Notwendigkeit einer branchenweiten Initiative. „Wenige Marken allein können den in Bangladesch erforderlichen grundlegenden Wandel beim Brandschutz nicht herbeiführen“, so Chamberlain. „Um zukünftig sichere und gesunde Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, müssen Initiativen entwickelt werden, in die möglichst viele Beteiligte eingebunden“ sind. Ob C&A dazu auch mit den lokalen Gewerkschaften zusammenarbeiten und – wie von der CCC gefordert – das mit diesen entwickelte Brandschutzabkommen unterzeichnen wird, will das Unternehmen erneut prüfen.