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Shell setzt Bohrungen vor Alaska für mindestens ein Jahr aus

New York (afp) – Der niederländisch-britische Ölkonzern Shell will die umstrittenen Bohrungen vor der Küste Alaskas für mindestens ein Jahr aussetzen. Die Pause bis zum Jahr 2014 solle genutzt werden, um „Ausrüstung und Pläne für eine Wiederaufnahme der Arbeiten zu einem späteren Zeitpunkt vorzubereiten“, erklärte das Unternehmen am Mittwoch auf seiner Internetseite. Shell zieht mit diesem Schritt Konsequenzen aus einer Reihe technischer Probleme.

Shells Ölbohrarbeiten in der Beaufortsee und der Tschuktschensee nordöstlich vor Alaska wurden von einer regelrechten Pannenserie begleitet. Im vergangenen Januar löste sich die Ölbohrinsel „Kulluk“ von ihrer Verankerung und lief auf Grund. Zuvor war das Ölbohrschiff „Noble Discoverer“ bei einer technischen Untersuchung der US-Küstenwache durchgefallen. Greenpeace bezeichnete beide Bohrer als „rostig“ und „veraltet“ – sie sollen nun in Asien überholt werden. Im September gab es zudem Probleme mit dem Eisbrecher „Arctic Challenger“, der im Falle eines Lecks eine Ölpest verhindern soll.

„Wir haben in Alaska einige Fortschritte gemacht, aber dies ist ein Langzeitprojekt, das wir in einer sicheren und angemessenen Weise fortführen“, erklärte Shell-Präsident Marvin Odum. Der Ölkonzern hatte seit den 50er Jahren an der Erschließung von Ölfeldern vor Alaska gearbeitet, zog sich aber 1997 vorübergehend aus der Region zurück. 2001 sicherte sich das Unternehmen dann wieder Rechte zur Ausbeutung riesiger Unterwassergebiete.

In der Arktis gibt es immense Vorkommen von Erdöl und Gas, die internationale Ölkonzerne ausbeuten wollen. Umweltschützer befürchten jedoch durch Ölbohrungen schwere Umweltschäden in dem sensiblen Ökosystem und machen gegen die Projekte der Konzerne mit Aktionen mobil.