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ViiV Healthcare: Erschwingliche HIV-Medikamente für Kinder in Entwicklungsländern

Weltweit leben 3,4 Millionen Kinder mit einer HIV-Infektion. Drei Viertel von ihnen fehlt ein Zugang zu Medikamenten. Ein Grund: Es gibt zu wenige preisgünstige HIV-Medikamente, die sich für eine Einnahme durch Kinder eignen. Das will ViiV Healthcare ändern und vergibt ein entsprechendes Patent an den Medicines Patent Pool.

London (csr-news) – Weltweit leben 3,4 Millionen Kinder mit einer HIV-Infektion. Drei Viertel von ihnen fehlt ein Zugang zu Medikamenten. Ein Grund: Es gibt zu wenige preisgünstige HIV-Medikamente, die sich für eine Einnahme durch Kinder eignen. Das will ViiV Healthcare ändern und vergibt ein entsprechendes Patent an den Medicines Patent Pool.

Das auf HIV-Präparate spezialisierte Unternehmen ViiV Healthcare entstand 2009 als Joint Venture der Pharmakonzerne GlaxoSmithKline und Pfizer, später stieß aus Japan Shionogi hinzu. Bisher hat ViiV für 13 Präparate Lizenzen an Generikahersteller erteilt, die damit Medikamente für die von HIV und Aids besonders betroffenen Länder herstellen. Jetzt geht es darum, das Präparat Abacavir in einer Darreichungsform für Kinder in den 118 Ländern zugänglich zu machen, in denen knapp 99 Prozent der infizierten Kinder leben.

Dazu kooperiert ViiV mit dem Medicines Patent Pool. Die bei der Weltgesundheitsorganisation angesiedelte Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, HIV-Medikamente in Entwicklungs- und Schwellenländern zugänglich zu machen. „Als ViiV Healthcare sind wir entschlossen, unseren Teil dazu beizutragen, den Mangel an Fürsorge und Behandlung von HIV in der Kinderheilkunde zu überwinden“, erklärte der CEO von ViiV Healthcare, Dominique Limet, gegenüber der Presse.

In Deutschland begrüßte das Aktionsbündnis gegen AIDS die Entscheidung von ViiV und forderte andere Pharmafirmen auf, diesem Beispiel zu folgen. ViiV ermögliche so die Herstellung von qualitativ gleichwertigen, aber wesentlich kostengünstigeren Generika. „Auch sogenannte Kombinationspräparate, bei denen mehrere Medikamente in einem zusammengefasst werden und so den Behandlungserfolg steigern, könnten jetzt einfacher und in kindgerechter Form produziert werden. Dafür ist es allerdings notwendig, dass noch mehr Firmen ihre Patente auf Produkte, die zur Behandlung von Kindern wichtig sind, an den Patent Pool lizenzieren“, so eine Sprecherin des Aktionsbündnisses. Der Bedarf an Kombinationspräparaten von neueren HIV-Medikamenten sehr groß, da sich bei der HIV-Behandlung nach einigen Jahren Resistenzen bildeten. Neuere und wirksamere Medikamente seien für Patienten in Entwicklungs- und Schwellenländern häufig jedoch unbezahlbar.