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Audi tritt Aluminium Stewardship Initiative bei

Der Fahrzeugbauer Audi ist der Aluminium Stewardship Initiative beigetreten. Darin haben sich seit Herbst 2012 Aluminium-fördernde und -verarbeitende Unternehmen mit der Umweltorganisation International Union for Conservation of Nature (IUCN) zusammengeschlossen, um einen globalen Nachhaltigkeitsstandard zu erarbeiten. Der Weg dorthin soll einen Muti-Stakeholder-Dialog umfassen und bis 2014 zum Ziel führen.

Ingolstadt (csr-news) – Der Fahrzeugbauer Audi ist der Aluminium Stewardship Initiative beigetreten. Darin haben sich seit ihrer Gründung im Herbst 2012 Aluminium-fördernde und -verarbeitende Unternehmen mit der Umweltorganisation International Union for Conservation of Nature (IUCN) zusammengeschlossen, um einen globalen Nachhaltigkeitsstandard zu erarbeiten. Der Weg dorthin soll einen Muti-Stakeholder-Dialog umfassen und bis 2014 zum Ziel führen.

Für den Fahrzeugbauer Audi ist Aluminium aufgrund seines gegenüber dem Stahl deutlich geringeren Gewichtes ein Zukunftswerkstoff, der derzeit im Audi A8 zum Einsatz kommt. Dessen Karosserie wiegt dadurch 40 Prozent weniger als ein vergleichsweiser Stahlaufbau und reduziert so den Kraftstoffverbrauch deutlich. Beim Blick auf den gesamten Lebenszyklus des Produkts Auto besitzt Aluminium aufgrund seiner guten Eigenschaften im Recycling weitere Vorteile. „Als Leichtbau-Vorreiter haben wir großes Interesse an einem globalen Standard für nachhaltiges Aluminium. So können wir künftig mit zertifiziertem Aluminium die Umweltbilanz unserer Autos weiter verbessern“, erklärte der Audi-Vorstand für Beschaffung, Bernd Martens, gegenüber der Presse. Als weiterer Autobauer hat sich die BMW Group der Initiative angeschlossen.

Zwei Audi-Mitarbeiter wirken derzeit bei der Standard-Entwicklung mit, einer aus dem strategischen Einkauf und der andere aus der Abteilung Umwelt-Produkte. Gearbeitet wird intensiv: Jede Woche findet eine Telefonkonferenz statt, einmal im Monat eine Besprechung in der Schweiz. Die Aluminium Stewardship Initiative (ASI) hat drei Arbeitsgruppen gebildet: Eine Gruppe befasst sich mit den Upstream-Aktivitäten – vom Bauxit-Abbau bis zur Produktion des Primärmetalls, ein Thema beispielsweise für den Bergbaukonzern Rio Tinto Alcan, der zu den ASI-Gründungsmitgliedern gehört. Eine weitere Gruppe widmet sich den Downstream-Industrien, also den Aluminium-Verarbeitern. Dazu gehört neben den Autobauern auch Nespresso, ein weiteres Gründungsmitglied der Initiative. Und eine dritte Gruppe beschäftigt sich mit der „Chain of Custody“, der Zertifizierung der Zulieferkette, um die Verlässlichkeit des Standards zu sichern.

Bis zum Herbst soll ein Entwurf des Aluminium-Standards vorliegen, der mit allen relevanten Stakeholdern diskutiert werden kann. Die Version 1.0 des Standards soll dann ein Jahr später – im Herbst 2014 – fertiggestellt sein. Auf dem Weg dorthin orientiert sich die ASI an den Codes of Good Practice der Iseal Alliance, einer globalen Vereinigung zur Entwicklung von Standards.

Der Aluminium-Standard wird schließlich Antwort geben müssen auf Nachhaltigkeitsherausforderungen, die mit dem Werkstoff auch verbunden sind: So erfordert seine Herstellung einen hohen Energieeinsatz. Für den Abbau des Erzes Bauxit werden große Flächen in Anspruch genommen, von denen etwa ein Fünftel in Regenwaldgebieten liegt. Und zurück bleibt ein eisenreicher alkalischer Rotschlamm, der die Umwelt belastet.

Die Aluminium Stewardship Initiative im Internet:
www.aluminium-stewardship.org

Foto: Die Karosserie des Audi A8 entsteht in der Audi Space Frame-Bauweise (ASF) und besteht zu einem großen Teil aus Aluminium. Dadurch wiegt die Karosserie etwa 40 Prozent weniger als ein vergleichbarer Aufbau aus Stahl.

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