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Schuldenreport 2013: NGOs fordern Reform der Schuldner-Gläubiger-Beziehungen

Berlin (csr-news) > Faire Mechanismen für Entschuldungsverfahren und eine weitreichende Reform der Schuldner-Gläubiger-Beziehungen, sind Hauptforderungen der Kindernothilfe im aktuellen Schuldenreport 2013. Die ärmsten Staaten benötigen – unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft – faire und transparente Schuldenverfahren, die besonders den Bildungssektor der sich entwickelnden Länder im Blick haben müssen, so das Hilfswerk. „Von Reformen müssen vor allem die verletzlichsten Gruppen in den hoch verschuldeten Staaten profitieren“, sagt Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe. „Für eine sinnvolle Verwendung der Mittel aus Schuldenerlassen gibt es mittlerweile eine Vielzahl guter Beispiele. Die Verbesserung von Bildungsangeboten ist dabei einer der wichtigsten Aspekte.“ In Ecuador beispielsweise hatten ausländische Kredite Anfang des Jahrtausends einen unberechenbaren Schaden für Volkswirtschaft und Entwicklung verursacht: Nahezu 70 % des nationalen Einkommens mussten für die Rückzahlung von Schulden verwendet werden. Die Bildungssituation im Land war gekennzeichnet von hohen Schulabbrecherquoten, schlecht ausgebildeten und unterbezahlten Lehrern sowie einem hohen Grad an Mangelernährung der Kinder. Nach einer profunden Untersuchung der Finanzsituation („Schulden-Audit“) erließ z.B. Spanien einen Teil der Schulden und Ecuador erklärte sich bereit, die Rückzahlungen aus dem Schuldendienst komplett in den Bildungs- und Energiesektor zu investieren. Das alternative Schuldenmanagement der Regierung, bilaterale Schuldenerlasse und die Reformbestrebungen haben – trotz mancher Rückschläge und Schwachstellen – zu einer deutlichen Verbesserung des staatlichen Bildungssystems beigetragen. Auch die noch junge Bundesrepublik Deutschland stand Anfang der 1950er Jahre bei seinen Gläubigern vor einem untragbaren Schuldenberg. Länder wie Pakistan oder Sri Lanka waren unter den Schuldenforderern. Das sogenannte „Londoner Schuldenabkommen“, das heute vor genau 60 Jahren, am 27. Februar 1953, unterzeichnet wurde, reduzierte die deutsche Auslandsverschuldung um mehr als die Hälfte. „Das Londoner Schuldenabkommen stellt im Vergleich zur aktuellen Staatsschuldenkrise eine kluge Lösung dar. Es kann Vorbild sein für den Umgang mit der lähmenden und Bildung verhindernden Verschuldung heute“, so Thiesbonenkamp. „Denn klar ist: Nur wenn Staaten auch in die Bildung ihrer Kinder investieren können, besteht die Chance auf eine nachhaltige Verbesserung der Situation.“