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Bangladesh Water PaCT unterstützt Wandel der Textilindustrie

In Bangladesch verbrauchen 1.700 Textilwäschereien und ähnliche Textilbetriebe jährlich 1,5 Milliarden Liter Wasser. Der Wasserspiegel in der Hauptstadt Dhaka sinkt pro Jahr zwischen ein und zwei Metern. Mit dem in diesem Jahr gegründeten Bangladesh Water PaCT unterstützen westliche Handelsmarken ihre Zulieferer beim Wassersparen.

Dhaka (csr-news) – In Bangladesch verbrauchen 1.700 Textilwäschereien und ähnliche Textilbetriebe jährlich 1,5 Milliarden Liter Wasser. Der Wasserspiegel in der Hauptstadt Dhaka sinkt pro Jahr zwischen ein und zwei Metern. Mit dem in diesem Jahr gegründeten Bangladesh Water PaCT unterstützen westliche Handelsmarken ihre Zulieferer beim Wassersparen.

Nicht nur der sinkende Wasserspiegel gefährdet die Existenzgrundlage der Menschen und ebenso der Industrie. Zunehmend steht die Verschmutzung der Flüsse in der öffentlichen Diskussion. Der Begriff „PaCT“ in der im Januar gegründeten Initiative steht für „Partnership for Cleaner Textile“. Koordinator ist der IFC, ein Beratungsunternehmen der World Bank Group, der bereits ein vorausgegangenes Programm begleitet hat: die 2010 lancierte Cleaner Production Initiative. Darin unterstützten sechs internationale Textilmarken 18 Fabriken in Bangladesch bei der Einführung eines Wassermanagements. Dabei zeigte sich: Die Unternehmen brauchten nicht nur umwelttechnische Verbesserungen, sondern vor allem einen Kulturwandel. Es fehlte an einem Bewusstsein für den Wert der Ressource Wasser ebenso wie an einem Blick für das wirtschaftliche Einsparpotential durch effektiven Wassereinsatz. Cleaner Production-Teams begannen damit, den Wasserverbrauch und die Auswirkungen von technischen Neuerungen und Prozessveränderungen zu messen. Dabei zeigte sich: Die beteiligten Unternehmen konnten mit einem Investment von 90.000 US Dollar insgesamt 2.000.000 US Dollar einsparen.

Die „Bangladesh Water PaCT: Partnership for Cleaner Textile“ will diese Erfahrungen nun in die Breite bringen. 200 Textilfabriken in Bangladesch und 15 internationale Handelsmarken sind beteiligt. Als Motivatoren und Gesprächspartner spielen die Einkäufer dabei eine wichtige Rolle. Das Programm fördert daher zugleich die Abstimmung zwischen den beteiligten Marken, denn die großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen löst kein Unternehmen alleine. Im Rahmen von PaCT soll ein „Textile Technology Business Center“ entstehen, in dem sich die lokalen Firmen austauschen und wechselseitig von ihren Erfahrungen lernen. Eingebunden werden ebenso die Banken: Sie sollen verstehen, dass Investitionen in die Nachhaltigkeit zugleich Investitionen in den Geschäftserfolg ihrer Kunden sind. Und auch die Regierung und Kommunalverwaltungen sollen an dem Dialog über Wasserthemen beteiligt werden.

Für den Bangladesh Water PaCT sind in den nächsten vier bis fünf Jahren zehn Millionen US Dollar eingeplant. Die Hälfte davon wollen die Niederlande zur Verfügung stellen, jeweils ein Viertel die lokalen Produzenten und die internationalen Einkäufer. Gesucht werden weitere kleine und große Unternehmen, die sich als Sponsoren an dem Programm beteiligen.

Better Work Program

Auch ein weiteres Programm, das zur Wahrnehmung der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung auf die Kooperation möglichst vieler Beteiligter setzt, könnte noch in diesem Jahr in Bangladesch Wirklichkeit werden: das Better Work Program. Das von IFC und der Internationalen Arbeitsorganisation ILO koordinierte Programm arbeitet bereits in sieben Ländern. Es will unter anderem einen einheitlichen Code of Conduct sowie gemeinsame Audits und deren Veröffentlichung erreichen und bietet Trainings für das mittlere Management an. In Dhaka laufen dazu derzeit Verhandlungen mit der Regierung, Unternehmensverbänden und den Gewerkschaften.

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