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Provinzial: Corporate Volunteering braucht intensive Kommunikation und einfache Zugänge

Wenn ein Unternehmen seine Mitarbeiter für das ehrenamtliche Engagement gewinnen will, muss es selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu gehören die Verantwortung im Kerngeschäft, gesellschaftliches Engagement und Vorstände, die selbst ehrenamtlich Hand anlegen, berichteten in der Hauptverwaltung der Provinzial Rheinland in Düsseldorf deren Pressesprecher Christoph Hartmann und seine Stellvertreterin Martina Hankammer. Am Montag war dort der Corporate Citizenship-Club Rhein-Ruhr zu Gast.

Düsseldorf (csr-news) – Wenn ein Unternehmen seine Mitarbeiter für das ehrenamtliche Engagement gewinnen will, muss es selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu gehören die Verantwortung im Kerngeschäft, gesellschaftliches Engagement und Vorstände, die selbst ehrenamtlich Hand anlegen, berichteten in der Hauptverwaltung der Provinzial Rheinland in Düsseldorf deren Pressesprecher Christoph Hartmann und seine Stellvertreterin Martina Hankammer. Am Montag war dort der Corporate Citizenship-Club Rhein-Ruhr zu Gast.

Bei der Provinzial koordiniert ein Arbeitskreis „Pro Ehrenamt“ die Corporate Volunteering-Programme. Dessen zehn Mitglieder gehören unterschiedlichen Fachbereichen und Hierarchieebenen an; sie verbindet das Interesse am ehrenamtlichen Engagement. Jedes Arbeitskreismitglied fungiert im Kollegenkreis als Ansprechpartner für Projektideen und begleitet deren Umsetzung als Projektpate. Aus der Mitarbeiterschaft kommen häufig Vorschläge, mit denen ehrenamtlich Aktive ihre Kollegen um Unterstützung ihrer Aktivitäten bitten. Der Arbeitskreis trifft sich zwei- bis dreimal im Jahr, bei der letzten Besprechung zum Jahresende werden zehn bis 15 Projekte für das Folgejahr ausgewählt.

Ob ein vorgeschlagenes Projekt gewählt wird, darüber entscheiden die Antworten auf folgende Fragen: Können wir das leisten? Bringt das Projekt allen Beteiligten etwas? Ist es öffentlichkeitswirksam und nachhaltig? In der Diskussion mit den vorschlagenden Kollegen werden Projekte gegebenenfalls so verändert, dass sie machbar werden.

Diskutiert wird auch der finanzielle Rahmen der Aktivitäten. Materialkosten – häufig zwischen 200 und 300 Euro – übernimmt die Provinzial. Die Projektvorbereitungen können die Koordinatoren in ihrer Arbeitszeit leisten. Das ehrenamtliche Engagement selbst geschieht dann allerdings in der Freizeit, eine Freistellung gibt es dafür nicht. Und die Provinzial sorgt dafür, dass alle Engagierten versichert sind.

Viele Projekte drehen sich um die Betreuung von Kindern und behinderten Menschen, einfache handwerkliche Tätigkeiten, Basteln mit Kindern oder Gespräche mit älteren Menschen. Die Projektpartner sind dabei große und kleine gemeinnützige Akteure, darunter die Arbeiterwohlfahrt, Caritas und Diakonie, die Jugendhilfe Arche oder die Welthungerhilfe. Tätig werden dabei nicht nur die Versicherungsmitarbeiter selbst, sondern teilweise auch ihre Partner und Kinder.

Spezielle Projekte gibt es für die 40 Auszubildenden und für jährlich 30 der 650 Geschäftsstellenleiter. Für letztere gelten Rahmenbedingungen, in denen sie selbst über ihre Aktionen und Projektpartner entscheiden.

Eine intensive interne Kommunikation ist wichtig, um Ehrenamtliche für die Projekte zu gewinnen. Dazu nutzt die Provinzial alle verfügbaren Kanäle: Aufrufe im Intranet, die Informationsbildschirme im Gebäude oder Aushänge am Eingang zum Betriebsrestaurant. Eine werbende Funktion erfüllen auch der Jahresbericht und die Fotoausstellung zu den durchgeführten Projekten, die anderen Mitarbeitern Geschmack darauf machen sollen. Und dann zählt, dass die Zugangsschwellen für die ehrenamtlich Engagierten flach sind: Alle Werkzeuge müssen vorhanden, alle Absprachen getroffen und alle Teams gut zusammengestellt sein, sodass die Beteiligten zum vereinbarten Zeitpunkt sofort mit ihren Tätigkeiten beginnen können.

Im Jahr 2004 brachte die Provinzial Rheinland ihre Corporate Volunteering-Strategie auf den Weg, die Non-Profit-Organisationen stärken, das Wir-Gefühl unter den Mitarbeitern fördern und das Bild des Unternehmens in der Öffentlichkeit mitgestalten soll. Seit dem Projektstart ist die Zahl der Teilnehmer kontinuierlich gestiegen und liegt seit drei Jahren bei zehn Prozent der 2.000 Mitarbeiter in der Hauptverwaltung. Damit wollen sich die Verantwortlichen nicht zufrieden geben: Als Grundlage für weitere Planungen wollen sie mit einer Umfrage herausfinden, welche Mitarbeiter sich wie ehrenamtlich engagieren. Und dann sollen neue Handlungsfelder gefunden und neue Wege gegangen werden.

Corporate Volunteering ist für die Provinzial Rheinland dabei ein Element ihrer gesellschaftlichen Verantwortungsübernahme. Andere Elemente sind das Engagement für die Mitarbeiter – dazu gehören ein Rückenzentrum und eine hausinterne Krabbelgruppe für Kinder im Alter von drei Monaten bis drei Jahren -, das Umweltengagement – die Versicherung arbeitet klimaneutral und gehört zur Energieeffizienzgruppe der Deutschen Wirtschaft – und das gemeinnützige Engagement – insbesondere durch die Kultur- und Sozialstiftung Provinzial Rheinland.