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Recycling von Kunststoffen wird immer schwieriger

Frankfurt/Main (afp) – Die Recycling-Unternehmen in Deutschland können nach eigenen Angaben immer weniger Verpackungen mit dem Grünen Punkt wiederverwerten. Die “Ausbeute” an gut verwertbarem Material werde immer schlechter, dies sei für die Branche eine “Katastrophe”, sagte Michael Scriba vom Recycler-Verband BVSE der “Frankfurter Rundschau” (FR) vom Mittwoch. Grund sei das beständig abnehmende Qualitätsbewusstsein der Kunststoff-Sortierer, die den Müll aus den Gelben Säcken je nach Material trennen und Kunststoffverpackungen an die Verwertungsunternehmen liefern.

BVSE-Vertreter Scriba warf den Sortierern vor, die Altkunststoffe nicht sachgerecht zu lagern, offensichtlich um Kosten einzusparen. Große Probleme bereiten den Recyclern demnach vor allem Wertstoffe, die bei der Sortierung im Freien gelagert worden und so beispielsweise Regen ausgesetzt gewesen seien. Die Verwerter müssten den Wasseranteil beim Recycling unter hohem Energie- und Kostenaufwand entfernen. Ein immer größerer Teil des Plastikmaterials sei nicht mehr verwertbar und tauge nur noch für die Verbrennung, sagte Scriba.

Die Berliner ALBA Group, Deutschlands zweitgrößter Müllentsorger, wies die Darstellung zurück, dass die Qualität der Kunststoffe gesunken sei. Dies könne das Unternehmen nicht pauschal bestätigen, teilte die Gruppe der “FR” mit.

Nach Einschätzung des Umweltbundesamts (UBA) könnte das Recycling in Deutschland deutlich verbessert werden. Die heute verfügbaren technischen Möglichkeiten der Sortierung würden vielfach aber nicht ausgenutzt, sagte UBA-Experte Gerhard Kotschik der Zeitung. Kotschik forderte die “flächendeckende Einführung moderner Sortieranlagen”. Das geschehe aber aus Kostengründen nicht. Laut UBA könnte durch die Optimierung der Sortierung und Verwertung der Kohlendioxid-Ausstoß in dem Bereich um 30 Prozent sinken.