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Corporate Volunteering: Ein Tag, der wirkt

Das freiwillige Engagement der eigenen Mitarbeiter in sozialen Einrichtungen gehört heute für viele Unternehmen zum festen Bestandteil gesellschaftlichen Engagements. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, so die gängige Auffassung. Stimmt das auch? Eine Studie der Universität Bremen schafft Klarheit.

Bremen (csr-news) > Das freiwillige Engagement der eigenen Mitarbeiter in sozialen Einrichtungen gehört heute für viele Unternehmen zum festen Bestandteil gesellschaftlichen Engagements. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, so die gängige Auffassung. Stimmt das auch? Eine Studie der Universität Bremen schafft Klarheit.

Day of Caring“ ist ein Projekt der Bremer Freiwilligenagentur. Das Ziel: Mitarbeiter von Unternehmen arbeiten für einen Tag in einer gemeinnützigen Einrichtung aus der Region. Die Tätigkeiten reichen von handwerklichen Arbeiten, über die Gestaltung von Ausflügen bis hin zu Bewerbungstrainings für jugendliche Arbeitssuchende. „Day of Caring“ ist eines der ältesten und größten unternehmensübergreifenden Corporate Volunteering Projekte. Forscher vom Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Bremen haben sich anhand dieses Projekts mit der Wirksamkeit von Corporate Volunteering beschäftigt. Dazu wurden rund 200 Mitarbeiter aus Bremer Unternehmen befragt, die an Tageseinsätzen im Rahmen des Projekts „Day of Caring“ teilgenommen haben. Soviel vorweg: Ja, es wirkt.

Fünf Aspekte hatten die Forscher im Blick um die Wirksamkeit zu analysieren. Zunächst die Frage. Wer sind eigentlich die Teilnehmer solcher Tageseinsätze? Es zeigten sich wenige Unterschiede, Männer machen etwas häufiger mit als Frauen, jüngere genauso wie ältere, wobei die Mehrzahl zwischen 36 und 50 Jahre alt war. Ein Drittel der Teilnehmer bekleidet eine Führungsposition, wobei Angestellte die am häufigsten anzutreffende Gruppe war. Arbeiter und Beamte waren mit jeweils fünf Prozent deutlich unterrepräsentiert. Die Akzeptanz und Verbreitung des Projekts hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. 2004 mit drei Unternehmen und 25 Freiwilligen gestartet, wuchs die Anzahl der Teilnehmer auf über 550 Mitarbeiter, die rund 4500 Stunden Gemeinwohlarbeit leisteten. Warum engagieren sich die Mitarbeiter war eine weitere Frage der Bremer Forscher. Wird die Teilnahme eher als berufliche Pflicht oder als sinnstiftende Tätigkeit betrachtet. Immerhin wird die Motivation zur Teilnahme überwiegend im Betrieb ausgelöst, beispielsweise durch Kollegen, Vorgesetzte oder Aushänge. Gemeinsam mit den Kollegen etwas Gutes tun, war mit 80 Prozent die am häufigsten genannte Motivation. Mit nur noch halb soviel Nennungen folgte die Motivation, sích auf einfachem Wege gesellschaftlich zu engagieren. Äußere Zwänge, wie beispielsweise die Überredungskünste von Kollegen und Vorgesetzten spielten dagegen kaum eine Rolle. Es schließt sich die Frage an, wie die Qualität der Tageseinsätze beurteilt wird und wie zufrieden die Teilnehmer letztlich waren. Zusammengefasst ergab sich eine hohe Zufriedenheit, die von mehr als 90 Prozent der Teilnehmer bestätigt wurde. Zu den Motiven der teilnehmenden Unternehmen befragt, zeigt sich ein interessantes Bild. Zwar führt die Mehrheit die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens als wichtigstes Motiv an, dahinter folgten allerdings hauptsächlich betriebliche Gründe, wie Verbesserung von Image und Betriebsklima, Steigerung der Mitarbeitermotivation und Erhöhung des Bekanntheitsgrades. Tatsächlich lassen sich positive Effekte für die Unternehmen belegen. Aus Sicht der befragten Mitarbeiter hat sich die Zusammenarbeit im Team verbessert und die Verbundenheit der Kollegen untereinander verstärkt, und zwar über den Aktionstag hinaus. Immerhin 95 Prozent der Befragten äußerten sich in diese Richtung. Etwas geringerer Zustimmung, mit 85 Prozent aber trotzdem sehrt hoch, die Frage nach der stärkeren Verbundenheit zum Unternehmen. Insgesamt, so das Fazit der Forscher, zeigen sich vielfältige Potenziale der Sinnstiftung und der Identifizierung mit dem Unternehmen. Im Idealfall geht dieser Effekt auch über das Unternehmen hinaus. Immerhin lernen die Mitarbeiter eine gemeinnützige Einrichtung aus der Nähe kennen und ein Großteil der Teilnehmer bescheinigte den Einrichtungen anschließend, auch einen sinnvollen und wichtigen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.