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Betriebliche Kitas schaffen Arbeitsflexibilität: Kinderbetreuung bei Deutsche Post DHL

Wie lässt sich talentierten jungen Frauen die Logistikbranche schmackhaft machen? Zum Beispiel durch Kinderbetreuungsplätze, denn Beruf und Karriere auf der einen und Familie auf der anderen Seite dürfen kein Widerspruch sein. Weil die Plätze in öffentlichen Einrichtungen knapp sind und manchmal im Blick auf Öffnungs- oder Ferienzeiten den Bedürfnissen der berufstätigen Eltern nicht entsprechen, setzt Deutsche Post DHL auf eigene Kindertagesplätze.

Bonn (csr-news) – Wie lässt sich talentierten jungen Frauen die Logistikbranche schmackhaft machen? Zum Beispiel durch Kinderbetreuungsplätze, denn Beruf und Karriere auf der einen und Familie auf der anderen Seite dürfen kein Widerspruch sein. Weil die Plätze in öffentlichen Einrichtungen knapp sind und manchmal im Blick auf Öffnungs- oder Ferienzeiten den Bedürfnissen der berufstätigen Eltern nicht entsprechen, setzt Deutsche Post DHL auf eigene Kindertagesplätze.

„Gender Diversity ist ein ganz wichtiges strategisches Thema“, sagt Susanna Nezmeskal-Berggötz, Leiterin der Abteilung Corporate Culture bei Deutsche Post DHL. Unter den 475.000 Mitarbeitern des Logistikunternehmens sind 37 Prozent Frauen. Deutlich geringer ist ihr Anteil im mittleren und oberen Management: Unter den Führungskräften sind nur 18,5 Prozent weiblich. Ein globaler Konzern kann nicht darauf verzichten, als Arbeitgeber für qualifizierte Frauen interessant zu sein. Deutsche Post DHL will 25 bis 30 Prozent der frei werdenden Führungspositionen mit Frauen besetzen. Um qualifizierte Bewerberinnen anzuziehen, ist die Kinderbetreuung ein wichtiger Baustein.

„Geld ist den jungen Bewerberinnen wichtig, aber es ist nicht das einzige Kriterium“, sagt Susanna Nezmeskal-Berggötz. Die Frauen wollen zugleich Beruf und Familie „unter einen Hut“ bringen können. Deshalb startete die Deutsche Post DHL in Bonn 2006 ein Projekt zur betrieblich unterstützten Betreuung für Kinder im Alter zwischen drei Monaten und sechs Jahren. In Kooperation mit dem PME Familienservice bietet das Logistikunternehmen seinen Mitarbeitern Beratung bei der Wahl der Kinderbetreuung und die Vermittlung von Einrichtungen und Tagesmüttern oder auch Backup-Einrichtungen für die Betreuung der Mitarbeiterkinder in Ausnahmefällen – etwa bei einer kurzfristig angesetzten Dienstreise.

In vier Einrichtungen schaffte der Konzern inzwischen rund 150 Betreuungsplätze: ca. 90 Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren und ca. 60 Kindergartenplätze für die Älteren. Zuletzt kam im September 2012 in Kooperation mit dem gemeinnützigen Träger „Kinderzentren Kunterbunt“ die Kindertagesstätte „Kiku Kinderland“ hinzu. „Die Standortnähe dieser Einrichtungen ist ein unglaublich großer Vorteil“, so Susanna Nezmeskal-Berggötz. Eltern können ihre Kinder auf dem Weg zum Bonner Post Tower zur Kindertagesstätte bringen. Wenn die Arbeit einmal in den Abend hineinreicht, kommen die langen Öffnungszeiten der Kitas den Vätern und Müttern entgegen. „Das schafft Arbeitszeitflexibilität.“ Und auch in den Schulferien sind diese Einrichtungen – anders als die Mehrzahl der Kindergärten – mit wenigen Ausnahmetagen geöffnet.

Bei der pädagogischen Konzeption der Einrichtungen verlässt sich Deutsche Post DHL auf ihre Partner. Susanna Nezmeskal-Berggötz: „Unsere Kompetenz ist die Logistik.“ Das heißt aber nicht, dass der Konzern und seine Mitarbeiter keine Impulse setzen. So wird in den Kindergärten ein „Toy Talk“, ein frühes Erlernen der englischen Sprache, angeboten. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die musikalische Förderung. Beim Essen wird auf Biokost aus nachhaltigem Anbau Wert gelegt. Und unter den Spielsachen findet sich das Bobby-Car mit aufgedrucktem Posthorn, denn die Kinder sollen sich mit der Arbeit und dem Arbeitgeber ihrer Eltern identifizieren können.

Die Kosten der betrieblichen Kinderbetreuung werden zu einem Teil vom Unternehmen getragen, die Eltern zahlen einen einkommensabhängigen Beitrag und die im letzten Jahr eröffnete Einrichtung wird auch von der Kommune bezuschusst. Bei baulichen Modernisierungsmaßnahmen durch den Träger beteiligt sich auch das Unternehmen.

Unter der Belegschaft trägt das Kinderbetreuungsangebot zur Arbeitszufriedenheit und Leistungsmotivation bei. Denn wer seine Kinder gut aufgehoben weiß, kann sich besser auf seine Arbeit konzentrieren. „Weibliche Kollegen kommen deutlich früher aus der Elternzeit zurück“, sagt Susanna Nezmeskal-Berggötz. Und das Betreuungsangebot schafft eine größere Flexibilität bei den Teilzeitmodellen und flexiblen Arbeitszeiten – auch bei den Vätern.

Unternehmen auf der Suche nach Partnern für eine betriebliche Kinderbetreuung rät Susanna Nezmeskal-Berggötz, sich die inzwischen vielzähligen Anbieter genau anzusehen. Bei der Entscheidung der Deutschen Post DHL für ihre Partner zählte am Ende insbesondere die Breite und Qualität von deren Angebotspalette. Nicht zu vernachlässigen sind aber auch die Voraussetzungen im Unternehmen selbst. Susanna Nezmeskal-Berggötz: „Ohne Commitment geht es nicht.“

Foto: Eröffnung der betrieblichen Kindertagesstätte „Kiku Kinderland“

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