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Den Wandel Afrikas mitgestalten: CSR bei Coca-Cola

„Kommen Sie nach Afrika und gestalten Sie den Wandel mit“, fordert Bob Okello deutsche Unternehmer auf. Der Public Affairs-Manager von Coca-Cola für Zentral-, Ost- und Westafrika ist überzeugt: Der hohe Anteil junger Menschen und die wachsende Mittelschicht in Afrika bietet ausländischen Investoren große Chancen auf ein erfolgreiches geschäftliches Engagement – und die Mitgestaltung der Gesellschaft. Coca-Cola nimmt für sich in Anspruch, in diesem Wandlungsprozess bereits heute eine Rolle zu spielen.

Nairobi (csr-news) – „Kommen Sie nach Afrika und gestalten Sie den Wandel mit“, fordert Bob Okello deutsche Unternehmer auf. Der Public Affairs-Manager von Coca-Cola für Zentral-, Ost- und Westafrika ist überzeugt: Der hohe Anteil junger Menschen und die wachsende Mittelschicht in Afrika bietet ausländischen Investoren große Chancen auf ein erfolgreiches geschäftliches Engagement – und die Mitgestaltung der Gesellschaft. Coca-Cola nimmt für sich in Anspruch, in diesem Wandlungsprozess bereits heute eine Rolle zu spielen.

Aus dem Hauptquartier in Nairobi begleitet Okello die Arbeit von Coca-Cola in ganz Subsahara-Afrika, mit Ausnahme Südafrikas. 39 Länder, 715 Millionen Konsumenten und 94 Abfüllunternehmen (sogenannte Bottler) gehören in dieses Imperium, das durch seine vielen Unterschiede beeindruckt: Über 700 Sprachen und Kulturen zählt die Region, große Staaten wie Nigeria und kleine wie die Seychellen, relativ wohlhabende Regionen wie Kenia und wirtschaftlich ärmere wie Äthiopien. Durchschnittlich 44 Konsumeinheiten an Coca-Cola-Produkten leisten sich die Kenianer, sieben sind es bei den Äthiopiern.

Engagement über Stiftungen

Coca-Cola hat sich das Ziel gesetzt, sein Geschäftsvolumen zwischen den Jahren 2010 und 2020 zu verdoppeln. Dazu soll auch Afrika einen Beitrag leisten: durch neue Konsumenten und die Erweiterung des Produktportfolios, denn aus dem weltweiten Portfolio an koffeinhaltigen und anderen Brausen, Fruchtdrinks oder Mineralwassern wird bisher nur ein kleiner Teil auf diesem Kontinent angeboten. Aber: Nur gesunde Menschen können den Wirtschaftskreislauf aktiv mitgestalten. Corporate Social Responsibility besitzt für Coca-Cola einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Zukunftsfähigkeit des afrikanischen Kontinents und damit auch mit dem eigenen geschäftlichen Erfolg dort, sagt Okello. Das Engagement für die Gesundheitsvorsorge ist zudem eine „social licence to do business“. Okello: Die Menschen müssen darauf vertrauen, dass Coca-Cola einen Beitrag zum Wohlergehen der Gesellschaft leistet.

Zur Finanzierung seiner CSR-Maßnahmen hat das Unternehmen weltweit Stiftungen gegründet, in die es jährlich ein Prozent seines Reinerlöses investiert. Die Coca-Cola-Stiftungen sollen Brücken in die Gesellschaft bilden, Stakeholder einbinden, Partnerschaften aufbauen und dabei die Geschäftsbereiche des Unternehmens über ihre Aktivitäten auf dem Laufenden halten. Im Jahr 2001 entstand die Coca-Cola Africa Foundation mit den Schwerpunktthemen Wasser, Gesundheit, Bildung und Entrepreneurship.

Wasserverbrauch und Dürreperioden

Wir sind ein wasserbasiertes Unternehmen und ein Großverbraucher, sagt Okello. Zugleich sind Dürreperioden und der mangelnde Zugang zu sauberem Trinkwasser Geißeln für die Menschen in Afrika. Coca-Cola will den eigenen Wasserverbrauch bis 2020 signifikant reduzieren: Das soll bei der Bewässerung auf den Zuckerrohrfeldern beginnen und bis zu einem effektiven Wasser-Recycling in den Fabriken reichen. Die Coca-Cola Africa Foundation investiert etwa die Hälfte ihrer Mittel in Wasserprojekte, kooperiert mit Partnern wie UN-Institutionen und hat eine eigene Wasserinitiative gegründet: Die Replenish Africa Initiative, kurz RAIN, soll bis 2015 über zwei Millionen Afrikanern Zugang zu Trinkwasser ermöglichen. RAIN unterstützt Brunnenbohrprojekte, den Bau von Auffanganlagen für Regenwasser und die Errichtung hygienischer Schultoiletten. 30 Millionen US Dollar hat das Unternehmen der 2009 gegründeten Initiative zur Verfügung gestellt. Und was die Erreichung des angestrebten Zieles betrifft sagt Okello: „Wir liegen im Plan.“

Ein weiterer Bereich der Stiftungsarbeit beschäftigt sich mit der Gesundheit. Dabei engagiert sich Coca-Cola insbesondere für die Prävention von HIV- und Malaria-Infektionen. Im Rahmen einer Partnerschaft mit NetsForLife stellt die Stiftung mit Insektiziden präparierte Moskitonetze zur Verfügung. Und bereits 2002 führten Coca-Cola und seine Bottler ein HIV- und AIDS-Präventionsprogramm für ihre Mitarbeiter ein. Jugendkampagnen unter dem Motto „responsible life“ erhöhen die Aufmerksamkeit für dieses Thema und setzen auf sexuelle Abstinenz oder die Nutzung von Kondomen sowie auf die Bereitschaft zu HIV-Tests.

Besonders wichtig sind Okello die Bildungsprogramme: Talentierte junge Menschen sollen in ihrer Ausbildung zu Führungspersönlichkeiten gefördert werden und so zukünftig in Unternehmen und NGOs einen wichtigen Beitrag zum Wandel Afrikas leisten. Coca-Cola selbst ist auf eine ausreichnede Zahl an ausgebildeten Arbeitnehmern angewiesen. Und Bildung zahlt auf die Überwindung der Armut ein, von der am Ende auch Unternehmen profitieren werden: Wirtschaftlich arme Menschen geben 50 Prozent ihres Einkommens für Grundnahrungsmittel aus und werden sich Genussprodukte wie Softdrinks kaum leisten.

Schulabbrecherinnen werden selbständig

Ähnlich nah an den geschäftlichen Interessen des Unternehmens ist die Förderung junger Entrepreneure angesiedelt. Es sind die Kleinhändler und Kioskbesitzer, die ihre Softdrinks häufig noch mit dem Handkarren transportieren und die dafür sorgen, dass die Coca-Cola-Produkte immer nur „eine Armlänge“ von den potentiellen Kunden entfernt sind. Entrepreneurship-Programme wie „Students In Free Enterprise“ fördern das Kleinunternehmertum, indem sie grundlegendes betriebswirtschaftliches Wissen und ein Mentoring bieten und junge Leute dabei unterstützen, mit eigenen Geschäftsideen unabhängig zu werden.

Mit der Initiative „5 by 20“ werden junge weibliche Entrepreneure gefördert. Fünf Millionen Frauen sollen bis 2020 als Jungunternehmer in den Handelsketten des Getränkeherstellers tätig werden. In Kenia wurden dazu mithilfe der NGO TechnoServe 100 junge Schulabbrecherinnen mit Coca-Cola-Produkten, einer transportablen Kühlbox und Arbeitskleidung ausgestattet und bei der Erlangung einer Lizenz für ihre gewerbliche Tätigkeit unterstützt. Etwa 70 Teilnehmerinnen fanden erfolgreich in die Selbständigkeit.

Initiativen in Richtung auf Gesundheitserziehung laufen bei Coca-Cola Afrika im Bereich Marketing. „Das ist keine CSR, das ist Teil unseres Geschäfts“, sagt Okello. Programme zur Sportförderung dienten immer auch der Markenbindung, und eine solche direkte Verbindung mit der Marke sei bei den Initiativen der gemeinnützigen Stiftung ausgeschlossen. Überdies betreibe Coca-Cola „labeling education“, in dem auf den Flaschenetiketten über Nährstoffgehalt und Nährstoffbedarf informiert werde.

Noch einen interessanten und nicht unwichtigen Aspekt erfüllen die CSR-Programme: Korruption ist ein landesweites Problem, dem schwer beizukommen ist. Auf den Dörfern sind es die einflussreichen „Chiefs“, die Dorfältesten und Bürgermeister, die öfter einmal die Hand aufhalten. Coca-Cola prägt eine strikte Anti-Korruptions-Kultur. Ein „Bakschisch“ für den „Chief“ kommt nicht in Frage. Coca-Cola-Mitarbeiter könnten jedoch ein Brunnenbohrprojekt oder die Restauration von Klassenräumen für ein Dorf anregen und dem Dorfältesten die Möglichkeit geben, damit in seiner Gemeinde zu punkten. Das ist dann auch ein Gewinn für den „Chief“, mehr noch ist es aber ein Gewinn für die Gemeinschaft.

Welche gesellschaftlichen Herausforderungen sich Unternehmen bei einem Engagement in Afrika oder Asien? Und wie können sie dabei – nah am Kerngeschäft – Verantwortung übernehmen? Lesen Sie mehr dazu in der März-Ausgabe des CSR MAGAZIN mit dem Schwerpunktthema „Verantwortung auf fremden Märkten“.

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