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Design-Biennale präsentiert Objekte der Zukunft

Saint-Etienne (afp) – Ein zusammenklappbares Elektro-Auto, ein Fahrrad, das mit seinem Besitzer wächst, eine energiesparende Straßenlaterne, die sich automatisch für jeden Passanten einschaltet – die diesjährige internationale Design-Biennale in der mittelfranzösischen Stadt Saint-Etienne steht ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. „Die jungen Designer drücken mit ihren Entwürfen ihre Sorge über eine Zukunft aus, die nicht einfach sein wird“, sagte Elsa Francès, Leiterin der Biennale, die vor wenigen Tagen ihre Pforten öffnete und noch bis Ende März dauert.

Das Design der Zukunft müsse ökologisch sein, meint Claire Fayolle, die eine Ausstellung zum Thema „Morgen ist heute“ konzipiert hat. Immer mehr junge Designer stellten die Wegwerfgesellschaft in Frage. In einer Zeit, in der viele Objekte wie Handys oder Computer fast schon veraltet seien, wenn sie auf den Markt kämen, setzten sie auf dauerhafte Produkte und natürliche Materialien. Zu sehen sind etwa Computertastaturen und ein Fahrrad aus Holz, entworfen von dem Franzosen Antoine Guerre.

Im Rahmen der Biennale sind in Saint-Etienne und in benachbarten Städten wie Lyon 61 Einzelausstellungen zu sehen. Themen sind etwa das Wohnen von morgen, Städtebau, urbanes Mobiliar und die Ernährung in einer Welt mit bald neun Milliarden Menschen. Zur Vermeidung von Hungersnöten etwa werden kleingehackte und vakuumverpackte Insekten als Nahrung der Zukunft vorgeschlagen – zum Beispiel getrocknete Raupen mit Honig.

An der achten Design-Biennale von Saint-Etienne nehmen mehr als 340 Designer aus 32 Ländern teil, darunter 20 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Partner der Veranstaltung sind zahlreiche Hochschulen für Design, angewandte Kunst und Architektur sowie Großunternehmen wie der deutsche Autobauer BMW und das schwedische Möbelhaus Ikea. Saint-Etienne gehört zum UNESCO-Netzwerk der „kreativen Städte“. Bisher haben weltweit elf Kommunen von der UN-Kulturorganisation dieses Label erhalten, unter ihnen Berlin, Peking, Seoul und das österreichische Graz.

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