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Foodwatch kritisiert Beteiligung der Wirtschaft an Schulprojekten

Berlin (afp) – Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat erneut die Beteiligung von Unternehmen an der Ernährungsbildung von Schülern kritisiert. Der stellvertretende Foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt forderte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) und die Stiftung Verbraucherschutz am Dienstag auf, „jetzt die Reißleine“ zu ziehen und die Kooperation mit Unternehmen im „Bündnis für Verbraucherbildung“ zu beenden. Mehr als 29.000 Menschen hätten bereits eine entsprechende E-Mail-Aktion von Foodwatch – „McDonald’s & Co. raus aus den Schulen“ – unterstützt.

Eine Initiative von Verbraucherorganisationen, Unternehmen und Verbänden will Verbraucherbildung bundesweit fest in den Lehrplänen an Schulen verankern. Die Initiative wurde von der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz ins Leben gerufen. Hinter der Stiftung steht der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Unterstützt wird das Bündnis auch von Organisationen wie der Caritas oder dem Deutschen Mieterbund, aber auch von Unternehmen wie der Deutschen Bank, Edeka, Tchibo oder McDonald’s.

Nach Ansicht von Foodwatch können Unternehmen erheblichen Einfluss auf das Bündnis und dessen Bildungsprojekte in Schulen nehmen. Es gebe Belege, dass die vom Verbraucherministerium versprochene „inhaltliche Neutralität“ unterlaufen werde. So würden die finanziellen Beiträge der Wirtschaft nicht genannt. Zudem verbreite die Stiftung Werbeunterlagen als Unterrichtsmaterial.

Das Bundesverbraucherministerium hatte zum Start des Bündnisses vergangene Woche erklärt, die Stiftung als Träger und das Bündnis selbst gewährleisteten „mit klaren Regeln die inhaltliche Neutralität“ in der künftigen Zusammenarbeit mit Schulen. Jedoch könnten Schulen heute Bildung nicht mehr alleine leisten; vielmehr sei dies eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. An diesem Mittwoch steht das Thema auch auf der Tagesordnung des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.