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2. Mitteldeutsche Nachhaltigkeitskonferenz: Mittelständler diskutieren über nachhaltige Führung

Manager werden den Ansprüchen junger Mitarbeiter an die Work-Family-Balance, die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit und die persönliche Arbeitsumgebung zu wenig gerecht. „Es ist schon fast Mitleid erregend zu sehen, wie hilflos Führungskräfte auf die Forderungen junger Mitarbeiter dieser Generation reagieren“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Hewlett Packard GmbH und Unternehmensberater Prof. Jörg Menno Harms auf der 2. Mitteldeutschen Nachhaltigkeitskonferenz in Riesa (bei Dresden).

Riesa (csr-news) – Manager werden den Ansprüchen junger Mitarbeiter an die Work-Family-Balance, die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit und die persönliche Arbeitsumgebung zu wenig gerecht. „Es ist schon fast Mitleid erregend zu sehen, wie hilflos Führungskräfte auf die Forderungen junger Mitarbeiter dieser Generation reagieren“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Hewlett Packard GmbH und Unternehmensberater Prof. Jörg Menno Harms am 20. März in Riesa (bei Dresden). Harms sprach auf der 2. Mitteldeutschen Nachhaltigkeitskonferenz vor 170 zumeist mittelständischen Unternehmern.

Durch eine vertrauensbasierte Führung müsse sich „der sogenannte ‚Abhängig Beschäftigte‘ zu einem ‚Teilhabe-Mitarbeiter‘ wandeln“, sagte Harms. Nach seiner Erfahrung würden 90 Prozent der Mitarbeiter mitziehen, wenn – an Stelle von Stempeluhr und Zwang – Vertrauen und Respekt das Arbeitsklima bestimmten, so der ehemalige CEO der Hewlett Packard GmbH. Dazu gehöre ein Management, das im Betrieb sichtbar und beim ‚walking around‘ für die Mitarbeiter direkt ansprechbar sei. Harms weiter: „Leistungsbereite und qualifizierte Mitarbeiter werden sich nicht mehr mit entmündigenden Arbeitsbedingungen abfinden, mit überzogenen Hierarchien, Gutsherren- und feudalem Management-Verhalten und mit sinnlos erscheinenden Aufgabenstellungen.“

Neben der Frage nach einer zukunftsfähigen Führung standen bei der 2. Mitteldeutschen Nachhaltigkeitskonferenz der Beitrag kleiner und mittlerer Unternehmen zur Biodiversität, die Praxis nachhaltiger Unternehmensführung und deren Beitrag zum gesellschaftlichen Fortschritt in Sachsen im Mittelpunkt. Wie das INUR-Vorstandsmitglied Maurizio Gasperi sagte, stellt die Abwanderung von jungen Menschen und Fachkräften aus Sachsen ein wichtiges Motiv für regionale Unternehmen dar, sich mit Nachhaltigkeitsthemen zu beschäftigen. So sei die Bevölkerung mancher sächsischer Städte nach der Wiedervereinigung um 20 Prozent geschrumpft. Der auf Nachhaltigkeitsförderung ausgerichtete Verein INUR veranstaltete die Konferenz.

Während der Veranstaltung präsentierten mittelständische Unternehmer aus Sachsen und dem Umland ihr eigenes Engagement in einer Ausstellung. Auf besonderes Interesse stieß dort die Einladung zum Probefahren mit Elektro-Fahrzeugen wie strombetriebenen Fahrrädern, Rollern und PKWs. Wie Gasperi weiter sagte, wurde in den Workshops ein großer Diskussionsbedarf deutlich. Im kommenden Jahr soll bei der 3. Mitteldeutschen Nachhaltigkeitskonferenz für solche Diskussionen mehr Zeit zur Verfügung stehen. Zu den Hauptreferenten der diesjährigen Veranstaltung gehörten außer Prof. Harms die frühere Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und heutige Kaufmännische Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden, Gunda Röstel, und der Journalist und Autor Franz Alt.

Die Veranstaltung im Internet:
www.mdnk.org