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Deutscher Nachhaltigkeitskodex: Studie untersucht Erfolge und Verbesserungsbedarf

Seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2011 haben 41 Unternehmen den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) unterzeichnet und damit ihre Nachhaltigkeitsleistung transparenter und vergleichbarer gemacht. Dennoch kommt der Kodex bei der Unternehmensbewertung am Kapitalmarkt nur unzureichend zur Anwendung. Dies ist Ergebnis einer Untersuchung zur Umsetzung und Wirksamkeit des DNK.

Berlin (csr-news) > Seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2011 haben 41 Unternehmen den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) unterzeichnet und damit ihre Nachhaltigkeitsleistung transparenter und vergleichbarer gemacht. Dennoch kommt der Kodex bei der Unternehmensbewertung am Kapitalmarkt nur unzureichend zur Anwendung. Dies ist Ergebnis einer Untersuchung zur Umsetzung und Wirksamkeit des DNK.

„Diese Überprüfung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex auf seine Verbreitung und Wirksamkeit ist wichtig, um Erkenntnisse über notwendige Nachbesserungen zu gewinnen“, sagt Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Durchgeführt wurde die Studie von einer Forschungsgruppe der Universität Hamburg unter Leitung von Professor Bassen. Dazu wurden die drei Kernzielgruppen des DNK, Unternehmen (70), Kapitalmarktakteure (163) und Nichtregierungsorganisationen (35) befragt. Zwar stellt die Mehrheit der befragten Unternehmen eine Erhöhung der Transparenz durch den DNK fest, NGOs und Kapitalmarktakteure teilen diese Auffassung jedoch nicht in so großem Umfang. Für Kapitalmarktakteure liegt der Mehrwert des DNK vor allem im Signal der Glaubwürdigkeit. Für Analysten, die noch nicht über etablierte Auswertungssysteme zu ökologischen, sozialen und Governance-Fragen verfügen, stellt der DNK eine Orientierung dar. Insgesamt wird die Entsprechungserklärung zum DNK als Signal verstanden, künftig eine treibende Rolle beim Thema Nachhaltigkeit zu übernehmen. Wichtigster Adressat für diese Botschaft aus Sicht der Unternehmen ist demnach auch die Politik.

Einig war sich die Mehrheit der Befragten darin, dass sich der Deutsche Nachhaltigkeitskodex vom Transparenzinstrument stärker in Richtung Performance-Standard entwickeln soll, der die Erfüllung der Kodexkriterien sicherstellt. „Der Nachhaltigkeitsrat wird weiter daran arbeiten, den Informationswert von Entsprechenserklärungen zu steigern und damit einen konkreten Mehrwert für Unternehmen und Investoren zu schaffen“, so Thieme, „Marktgängig wird das Instrument allerdings nur, wenn die Akteure selbst diese Informationen nachfragen und beginnen, damit zu arbeiten“. Bislang ist die Honorierung am Markt noch unklar, war eine von Unternehmen und Kapitalmarktakteuren gleichermaßen geäußerte Kritik. Zudem würde die Implementierung des DNK bislang von den Stakeholdern noch nicht gefordert. Die Datenverfügbarkeit und -zuverlässigkeit der berichtenden Unternehmen ist aus Sicht aller drei Gruppen nicht immer gegeben. Vor allem NGOs bemängelten die fehlende gesetzliche Verankerung sowie die daraus resultierende geringe Glaubwürdigkeit der Entsprechungserklärungen. Zukünftig soll gemeinsam mit Ratingagenturen und europäischen Partnern an der weiteren Verbreitung des DNK gearbeitet werden. Ein Workshop mit französischen Unternehmen, Kapitalmarktakteuren und Vertretern der französischen Regierung wird am 24. April 2013 in Paris stattfinden, um spezifische Anforderungen an eine Kooperation zu diskutieren. Zudem wird im April eine neue Projektseite im Internet freigeschaltet. Damit will der DNK seine Sichtbarkeit erhöhen und insgesamt in der Bevölkerung bekannter werden.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse steht auf der Internetseite des „Rates für Nachhaltige Entwicklung“ zum Download bereit.