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Proteste gegen Staudamm-Projekt in Panama

Panama-Stadt (csr-news) – Bei Protesten gegen das “Barro Blanco”-Staudamm-Projekt in Panama lieferten sich Bauern und Ureinwohner Mitte März gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei. Sie befürchten, dass im Zuge des auch aus Deutschland unterstützten Staudammbaus 36.000 Einwohner oder mehr umgesiedelt werden müssen. Viele Menschen in der Region leben vom Fischfang und nutzen die Flüsse als Transportwege. Ihnen würde mit dem Bau nach ihrer Ansicht die Lebensgrundlage entzogen. Bereits im vergangenen Jahr hatte das von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) unterstützte Projekt Protestaktionen am Pan-American Highway ausgelöst – vor allem in San Felix, 35 Kilometer vom Barro Blanco-Gelände entfernt, sowie im 25 Kilometer entfernten El Salado und im vier Kilometer entfernten Vigui.

Zu den Auswirkungen des Staudammbaus teilte eine DEG-Sprecherin mit: ” Für das Projekt ist keine Umsiedlung von Häusern oder kommunaler Infrastruktur erforderlich.” Für das Wasserreservoir werde überwiegend ein steiles Tal des Tabasará-Flusses genutzt, das für landwirtschaftliche Nutzung nicht geeignet sei. Die angrenzenden indigenen Gemeinden mit 300 Menschen lägen deutlich oberhalb des zu flutenden Bereichs.

Die Projektgesellschaft Generadora del Istmo S.A. (GENISA) will die Auswirkungen des Staudammbaus auf Natur und Menschen im Rahmen eines Umwelt- und Sozialmanagements berücksichtigen. Derzeit findet unter Federführung der UN und mit Einbeziehung der Hauptbeteiligten ein „Technical Table“- Prozess statt. Darüber hinaus unterstützt die DEG die Forderung nach Einleitung eines unabhängiges Participatory Rural Appraisal (PRA)-Verfahrens. Dieses Verfahren soll den Betroffenen ermöglichen, ihr Wissen um die Probleme ihres Lebensraumes sowie ihre Interessen und Bedürfnisse einzubringen. Die Darlehensgeber für das Projekt Barro Blanco werden bis zur Beendigung des Prozesses warten und dann dessen Ergebnisse bewerten. Gemeinsam mit anderen internationalen Entwicklungsfinanzierern hat die DEG ein Darlehen in Höhe von 25 Millionen USD zugesagt.

Die Regierung will mit dem Bauprojekt die großen Wasserressourcen des Landes zur Energiegewinnung nutzen, um den Strom für die 3,4 Millionen Menschen in Panama günstiger zu machen.