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Bayer und Syngenta legen Aktionsplan zum Bienenschutz vor

Monheim (afp) – Im Streit um den Bienenschutz durch ein Teilverbot bestimmter Pestizide in der EU sind die Agrarchemie-Riesen Bayer und Syngenta mit einem “Aktionsplan” in die Offensive gegangen. Dieser umfasst unter anderem Investitionen in die Bekämpfung von Krankheitserregern, die die Konzerne als die Hauptursachen von Bienenkrankheiten bezeichnen, sowie Unterstützung bei der Schaffung neuer “Bienenweiden”, wie die Bayer Agrar-Tochter Bayer CropScience am Donnerstag in Monheim mitteilte. Die EU-Kommission stuft drei Insektizide von Bayer und Syngenta als riskant für Bienen ein. Die Firmen sehen das anders.

Mit ihrem “Aktionsplan” wollen die beiden Unternehmen nach eigenen Angaben einen Beitrag zur Verbesserung der Umweltbedingungen für die Tiere sorgen und damit die ihren Angaben zufolge hauptsächlich für Bienenkrankheiten und -sterben verantwortliche Faktoren angehen. So soll ein bereits existierendes Syngenta-Programm zur Schaffung von Blumenwiesen an den Rändern von mit den strittigen Insektziden behandelten Äckern ausgeweitet werden, teilte Bayer mit. Das werde Lebensraum und Nahrung für die Bienen schaffen.

Außerdem umfasst der Plan Untersuchungen auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände bei Honigbienen. Die beiden Konzerne verweisen weiter auf ihre Expertise bei der Entwicklung von Mitteln gegen Schädlinge und Keime. Sie verpflichten sich zur “Unterstützung” von Pilotstudien, die die Wirksamkeit von Lösungen gegen Bienenkrankheiten und Bienenviren belegen sollen. Auch die EU-Kommission habe solche Erreger als Hauptursache für gesundheitliche Probleme bei den Tieren identifiziert, hieß es in der Mitteilung. Die Firmen wollen zudem Verfahren verbessern, damit bei der Aussaat weniger Insektizide in die Luft gelangen.

Hintergrund der Debatte ist das Phänomen massenhaften Bienensterbens in vielen Ländern der Erde. Die EU-Kommission hatte vor kurzem drei sogenannte hochwirksame Neonicotinoide von Bayer und Syngenta damit in Verbindung gebracht und sich für ein zeitlich befristetes EU-weites Anwendungsverbot bei für Bienen besonders interessanten Nutzpflanzen wie Mais oder Sonnenblumen ausgesprochen. Die EU-Mitgliedstaaten hatten dies aber zunächst verhindert. In Deutschland sind die fraglichen Neonicotinoide-Pflanzenschutzmittel bereits teils verboten.

Bayer CropScience und der Schweizer Syngenta-Konzern gehören zu den weltweit führenden Anbietern von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut für die Landwirtschaft und den Gartenbau.