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Kritischen NGOs voraus sein: CSR-Seminar für mittelständischen Lebensmittelsektor

Die Geschäftsführer mittelständischer Lebensmittelfirmen wollen „Skandalen und kritischen Organisationen einen Schritt voraus“ sein, sagt Janna Schiemann von Fairfood International. Dass dies gar nicht leicht ist, zeigt die Aktivität einer anderen NGO: Foodwatch kritisiert die fehlende Kennzeichnung tierischer Zutaten.

Berlin (csr-news) – Die Geschäftsführer mittelständischer Lebensmittelfirmen wollen „Skandalen und kritischen Organisationen einen Schritt voraus“ sein, sagt Janna Schiemann von Fairfood International. Dass dies gar nicht leicht ist, zeigt die Aktivität einer anderen NGO: Foodwatch kritisiert die fehlende Kennzeichnung tierischer Zutaten.

Aromen aus Geflügel oder Wild in Kartoffelchips, Fischgelatine im Multivitaminsaft oder aus Schweineborsten hergestelltes Cystein in Backwaren – viele tierische Beimischungen werden auf Verpackung nicht angegeben. Dies sei für Verbraucher ein Problem, die tierische Lebensmittel aus ethischen, religiösen oder anderen Gründen ablehnen, so die vegane Gesellschaft Deutschland, der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) und die Verbraucherorganisation foodwatch. Die NGOs haben Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) dazu am Dienstag einen Entwurf zur Änderung der nationalen Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung vorgelegt, der zur Angabe aller bei der Produktion eingesetzten Zusätze tierischen Ursprungs verpflichten würde und der die Begriffe „vegetarisch“ und „vegan“ definiert.

Neben der Angabe von Lebensmittelbestandteilen sieht Schiemann in der Rückverfolgbarkeit der Lebensmittelerzeugnisse, dem CO2-Fußabdruck der Branche und der Entwicklung von Kodizes weitere Herausforderungen für kleine und mittlere Unternehmen. Dabei gehe es nicht nur um Menschenrechte in der weltweiten Zulieferkette, sondern beispielsweise auch um den Einsatz von Leiharbeitern in Deutschland. Manche Lebensmittelfirmen fühlten sich ihrer Region verpflichtet und seien als Familienunternehmen von der eigenen Nachhaltigkeit überzeugt. Die Komplexität der Verantwortungsthemen überfordere sie allerdings, etwa wenn es um die Frage nach den Herstellungsbedingungen von Palmöl gehe.

Mit einer Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) bietet Fairfood International Lebensmittel-KMUs daher den Workshop „Wege zur Nachhaltigkeit“ an. Darin wirkt u.a. das Wuppertaler Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) mit. Die Veranstaltung findet mit jeweils gleichem Programm in Frankfurt (6. Juni), Hannover (13. Juni) und München (20. Juni) statt. Daran anschließend werden die Themen mit den Teilnehmern in moderierten Workshops und Webinaren vertieft. Die Teilnahme ist kostenlos.

Nach Schiemanns Erfahrungen ist es nicht entscheidend, ob das Thema CSR im Marketing oder in der Qualitätssicherung angesiedelt ist. Entscheidend sei aber die Unterstützung durch die Geschäftsführung und die unmittelbare Kommunikation der Nachhaltigkeitsverantwortlichen mit ihr. Dann könne bei der Beschäftigung der Lebensmittelunternehmen mit Nachhaltigkeitsthemen „mehr bleiben als eine Website“.

Das Seminar für KMU der Lebensmittelbranche:
www.fairfood.org/wege-zur-nachhaltigkeit/

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