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Bosch fordert Abwrackprämie für alte Kühlschränke – Anreizsysteme in Europa bewährt

In der Industrie wird die Forderung nach einer Abwrackprämie für alte Kühlschränke und Waschmaschinen lauter. „Es wäre sicher eine Chance, wenn sich die Politik zu einer Abwrackprämie für alte Hausgeräte entscheiden würde“, sagte der Geschäftsführer der Robert Bosch Hausgeräte, Harald Friedrich, den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe. Auch die BSH setzt sich seit langem für intelligente Anreizsysteme ein, um den Konsumenten die Entscheidung für den Kauf supereffizienter Geräte zu erleichtern.

Essen/München (csr-news) – In der Industrie wird die Forderung nach einer Abwrackprämie für alte Kühlschränke und Waschmaschinen lauter. „Es wäre sicher eine Chance, wenn sich die Politik zu einer Abwrackprämie für alte Hausgeräte entscheiden würde“, sagte der Geschäftsführer der Robert Bosch Hausgeräte, Harald Friedrich, den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe (Mittwochausgaben). Dies würde der Energiewende einen Schub geben, so Friedrich. In Deutschland seien 30 Millionen Haushaltsgeräte – 17 Prozent des gesamten Bestands – älter als 14 Jahre. „Würden alle diese Geräte durch moderne Maschinen ersetzt, könnten acht Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr eingespart werden“, erläuterte Friedrich. Dadurch könne auf ein großes Kohlekraftwerk verzichtet werden.

Der Tausch alt gegen neu rechne sich auch für Verbraucher. Friedrich zur WAZ: „Sie könnten zwei Milliarden Euro Stromkosten im Jahr sparen.“ Eine 15 Jahre alte Kühl-Gefrier-Kombination verbrauche im Schnitt 600 Kilowattstunden Strom im Jahr, ein modernes Gerät dagegen nur 150 Kilowattstunden. Bei den Stromkosten ließen sich durch ein Neugerät „deutlich mehr als 100 Euro im Jahr einsparen“, so der Boschmanager. Die Anschaffung eines Geräts für 850 Euro amortisiere sich innerhalb von acht bis neun Jahren komplett. Friedrich: „Mit Abwrackprämie könnte der Zeitraum zusätzlich verkürzt werden.“

„Anreizsysteme haben sich in Europa bewährt“

Auch die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte setzt sich seit langem für intelligente Anreizsysteme ein, um den Konsumenten die Entscheidung für den Kauf supereffizienter Geräte zu erleichtern. Dies entspreche den Vorschlägen der Ende 2012 in Kraft getretenen EU-Richtlinie für Energieeffizienz, so ein BSH-Sprecher. Danach sollten über Einsparverpflichtungssysteme größere Einsparsummen erreicht werden. Dabei weist die EU-Richtlinie den Energieversorgern oder Netzbetreibern eine aktive Rolle zu. Als eine Art „Makler auf dem Markt für Energieeffizienz“ bliebe ihnen freigestellt, wie sie die nötigen Einsparungen beim Endkunden erzielten. So könnten sie durch Konsumentenanreize zum Kauf hocheffizienter Geräte bestehende Markthemmnisse abbauen.

Solche Anreizsysteme haben sich nach Auffassung der BSH in Europa bereits bewährt. In Österreich habe eine für vier Monate ausgeschriebene „Trennungsprämie“ – die Zahlung eines geringen Investitionszuschusses beim Ersatz alter Geräte durch Geräte aus der höchsten verfügbaren Energieeffizienzklasse – zu einer Verdreifachung der Verkaufsanteil der A++-Kühlschränke geführt. Positive Erfahrungen mit Einsparverpflichtungssystemen lägen zudem in Italien und Dänemark vor, wo über eine geringfügige Erhöhung der Netzentgelte Förderanreize für Stromsparen in Industrie, Gewerbe und Haushalten finanziert wurden. Für einen verbesserten Altgerätetausch „braucht es keine staatlichen Subventionen oder staatlich angeordnete Zwangsmaßnahmen. Dieses Ziel kann auch mit marktwirtschaftlichen Ansätzen erreicht werden“, so der BSH-Sprecher.

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