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Hannover Messe: ‚Integrated Industry‘ braucht ‚Integrated Responsibility‘

„Integrated Industry“ lautet das Leitmotto der diesjährigen Hannover Messe. „‚Integrated Industry‘ bedeutet auch ‚Integrated Responsibility‘, das heißt Verantwortung gegenüber der Schöpfung und den Menschen“, sagte der Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, Friedhelm Loh, bei der Messeeröffnung am 7. April. Auf einer der elf Leitmessen, der IndustrialGreenTec, kommt diese Verantwortung besonders zum Ausdruck.

Hannover (csr-news) – „Integrated Industry“ lautet das Leitmotto der diesjährigen Hannover Messe. „‚Integrated Industry‘ bedeutet auch ‚Integrated Responsibility‘, das heißt Verantwortung gegenüber der Schöpfung und den Menschen“, sagte der Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, Friedhelm Loh, bei der Messeeröffnung am 7. April. Auf einer der elf Leitmessen, der IndustrialGreenTec, kommt diese Verantwortung besonders zum Ausdruck. Die weltweit bedeutendste Industriemesse dauert noch bis zum 12. April.

Im Mittelpunkt der Leitmesse IndustrialGreentec stehen Umwelttechnologien für den B2B-Bereich. Deren Anbieter organisieren sich vielfach in Netzwerken und Verbänden. So präsentierte sich der 2004 gegründete Branchenverband der Biotechnologie-Industrie, Bio Deutschland, dem heute 300 Unternehmen angehören. Bio Deutschland stellt das Cellulose-Ethanol-Programm seines Mitgliedunternehmens Clariant vor: Indem zellulosehaltige Abfallprodukte der Landwirtschaft – insbesondere Stroh – für die Ethanol-Herstellung genutzt werden, wird der Konflikt „Tank oder Teller“ vermieden. Eine erste Anlage dieser Art ist seit dem vergangenen Jahr in Straubing aktiv. Das Mitgliedsunternehmen Brain arbeitet mit dem Energieversorger RWE an einem Verfahren, bei dem Mikroorganismen CO2 aus Rauchgasen aufnehmen und in verwertbare Masse umwandeln.

Das Potential von Bioverbundstoffen präsentiert die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Der Zusammenschluss von Bundesministerien und Industrieverbänden präsentiert dazu einen Sportwagen, dessen Motorhaube und Türen aus einem mit Harz verstärkten Leinengewebe bestehen. Der naturverstärkte Werkstoff ist deutlich leichter als Stahl und auch noch leichter als Glasfaser und weist beim Bruch keine gefährlichen Kanten wie die Glasfaser auf. Biopolymere und Bioverbundstoffe kommen aber auch im Innenbereich von Fahrzeugen – etwa bei Ablagen – zum Einsatz. Und sie finden sich als Lüftergehäuse und Kraftstoffleitungen unter der Motorhaube. In der Produktion verwenden Daimler und Toyota bereits einiges an Bioverbundstoffen und auch bei VW kommen solche Materialien zum Einsatz, heißt es am Stand der FNR.

Es sind jedoch keineswegs nur große Unternehmen, die solche Innovationen vorantreiben. Das beweist das Biores-Netzwerk, zu dem sich vor eineinhalb Jahren 13 kleine und mittlere Unternehmen zusammengeschlossen haben. Dessen Mitglieder arbeiten an verschiedenen Stellen der Wertschöpfungskette an gemeinsamen Projekten wie der Verwertung biogener Abfallströme von Entsorgungsbetrieben. So verwandelt ein sogenanntes HTC-Verfahren (hydrothermale Karbonisierung) Bioabfälle in Biokohle, die etwa in der Landwirtschaft als Bodensubstrat eingesetzt werden kann. Koordiniert wird das Netzwerk von dem Forschungsdienstleister ttz Bremerhaven, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert es finanziell.