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Immer mehr Geldspiel-Automaten in Deutschland

Hamburg (afp) – In deutschen Gaststätten und Spielhallen hingen im vergangenen Jahr rund 265.000 Geldspielautomaten – und damit mehr als je zuvor. Die Aufsteller erzielten mit dem so genannten Daddeln Umsätze von 4,4 Milliarden Euro, wie der „Spiegel“ am Sonntag vorab berichtete. Zum Vergleich: 2011 waren es nur 262.000 Automaten, im Jahr 2005 lediglich 183.000. Die Daten gegen aus einem Gutachten hervor, das das Münchner ifo-Institut im Auftrag der deutschen Automatenwirtschaft erstellt habe.

Die Zahlen sind dem Bericht zufolge wegen der Suchtgefahren beim Glücksspiel politisch brisant. Erst im Februar habe das Bundeswirtschaftsministerium den Entwurf für eine Novelle der Glücksspielverordnung vorgelegt. Demnach soll künftig in Gaststätten nur noch ein Geldspielautomat erlaubt sein. Ausnahmeregeln gestatten in Autobahnraststätten oder Raucherkneipen aber auch weiterhin bis zu drei Geräte.

Suchtexperten halten die Pläne des Ministeriums laut „Spiegel“ für zu wirtschaftsfreundlich. Nach einer aktuellen Auflistung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen haben 2011 rund 16.800 Spielsüchtige Hilfe in ambulanten Beratungsstellen gesucht. Der Großteil war von Automatenspielsucht betroffen. Im Jahr 2005 waren es nur 5100.

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