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Einer von vielen

Die Horrorszenarien sind allerorten zu vernehmen: In spätestens 40 Jahren ist die Kapazität der Erde erschöpft. Wovon sollen wir dann bitte leben? Die Menschheit ist zum Aussterben verurteilt. Und alles nur wegen der verdammten Bevölkerungsexplosion.

Neu im „Wissen und Gewissen“-Blog auf csr-wissen-mittelstand.de fragt Silke Masurat: Wird die Bevölkerungsexplosion irgendwann gestoppt?

Die Horrorszenarien sind allerorten zu vernehmen: In spätestens 40 Jahren ist die Kapazität der Erde erschöpft. Wovon sollen wir dann bitte leben?. Ja: Die Menschheit ist zum Aussterben verdammt. Und alles nur wegen der verdammten Bevölkerungsexplosion.

Alles Quatsch! tönt Matt Ridley in seinem äußerst spannenden, wenn auch bei mir hochgradig polarisierenden Buch „Wenn Ideen Sex haben“: Die Wachstumsrate der Weltbevölkerung sinkt – ebenso wie die absolute Zahl der jährlich hinzukommenden Menschen – seit Anfang der 1960er Jahre kontinuierlich. Die Geburtenraten befinden sich allerorten – und damit meine ich wirklich überall – in freiem Fall. Die Gründe dafür verortet der Autor im Sinken der Kindersterblichkeit (je sicherer man sich sein kann, dass die eigenen Kinder überleben werden, desto eher wird über Familienplanung nachgedacht), in der Urbanisierung (Städte halten ihre Bevölkerungsdichte lediglich über Zuzug stabil), die Emanzipation der Frauen (zwischen dem Bildungsgrad der weiblichen Bevölkerung und der Geburtenrate besteht ein direkter Zusammenhang) – und im wachsenden Wohlstand: Bei höherem Einkommen könnte man sich zwar mehr Kinder leisten, aber eben auch mehr Luxus – der vom Kinderkriegen abhält. Heute schätzen die Vereinten Nationen, dass die Zahl der Menschen auf der Welt im Jahr 2075 mit 9,2 Milliarden ihren Gipfelpunkt erreichen und danach fallen wird. Das heißt: Es bestehen gute Chancen, dass die Menschheit sich für alle Zeiten wird ernähren können.

Heißt das dann aber nicht auch: Nachhaltiges Wirtschaften, Umweltschutz und ressourcenschonende Produktion sind gar nicht so wichtig, wie wir immer gedacht haben, sind vielleicht gar unnötig? Nein, ganz bestimmt nicht. Denn: Auch wenn es vielleicht irgendwann nicht mehr Menschen werden: Der Bedarf an Ressourcen wird dennoch weiter steigen, da natürlich alle ihren Teil vom Wohlstand haben wollen. Und das ist noch lange nicht der Fall: Denken wir nur an die rund zwei Milliarden Menschen, die in ihrem Leben noch keinen Lichtschalter bedient haben, und die rund eine Milliarde Menschen, die noch immer hungert. Außerdem sind und bleiben unsere Ressourcen endlich.

Aber: Wir müssen nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Oder?

Herzlichst

Ihre

Silke Masurat