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„Fairtrade“- Absatz in Deutschland stark gestiegen

Bonn (afp) – Der Absatz von „Fairtrade“-Produkten in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich um rund ein Drittel auf 533 Millionen Euro gestiegen. Das teilte der Verein Transfair am Donnerstag in Bonn mit. Er vergibt das bekannte „Fairtrade“-Siegel für internationale Lebensmittel und andere Produkte wie Kosmetik und Schnittblumen. Als Grund für die Steigerung nannte Transfair den Einstieg der großen Discounter und Drogeriemarktketten Aldi Nord, Aldi Süd sowie DM in das System der „Fairtrade“-Zertifizierung.

„Wir sind auf dem richtigen Weg“, erklärte Vereinsvorstand Volkmar Lübke. Nur durch „relevante Umsätze“ könnten Produzentenorganisationen in den Anbau- und Herstellerländern „umfangreich“ vom fairen Handel samt Mindestpreisen und Prämien profitieren. Am besten entwickelte sich nach Angaben seines Vereins der Absatz von Blumen, Kaffee und Bananen. Lübke kündigte an, sich nun verstärkt um Markenanbieter insbesondere im Süßwarenbereich zu kümmern. Nach wie vor fehle das Engagement großer Schokoladenhersteller beim Thema fair gehandelter Kakao.

Das „Fairtrade“-Siegel wird an Produkte vergeben, bei denen gewährleistet ist, dass Kleinbauern und Plantagenarbeiter angemessene Preise erhalten und unter fairen Bedingungen arbeiten. Außerdem soll vor Ort in Bildungs- und Entwicklungsprojekte investiert und umweltfreundlich produziert werden. Die Anforderungen werden international von dem „Fairtrade“-Dachverband FLO einheitlich festgelegt. Rund 1,6 Millionen Bauern und Arbeiter in 65 Ländern profitieren nach Verbandsangaben von dem System. In Deutschland vertreiben 200 Unternehmen rund 2000 „Fairtrade“-Produkte, darunter sind auch Eigenmarken.

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