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Friseure bekommen ab August 2015 Mindestlohn von 8,50 Euro

Köln (afp) – Friseure in Ost und West sollen in rund zwei Jahren mindestens 8,50 Euro pro Stunde bekommen. Darauf einigten sich Montag die Gewerkschaft Verdi und der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks in Würzburg. Vereinbart wurde ein Stufenmodell, das „ein wichtiger Schritt hin zu einem existenzsichernden Einkommen sein kann“, sagte eine Verdi-Sprecherin.

Der Einigung vom Montag zufolge sollen die Löhne für Friseure in drei Stufen ansteigen. „Wir fangen mit 6,50 Euro im Osten und 7,50 Euro im Westen an“, sagte die Verdi-Sprecherin. Derzeit verdienen Friseure teils nur rund drei Euro pro Stunde. Vor allem im Osten sind die Löhne extrem niedrig. Die Vereinbarung sei „ein großer Erfolg für eine Branche, die bislang von Niedriglöhnen geprägt war“, sagte die Verdi-Sprecherin.

Die dreistufige Regelung trage den unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen in westdeutschen und ostdeutschen Bundesländern Rechnung, erklärte der Zentralverband der Friseure. Hauptgeschäftsführer Rainer Röhr bewertete die Einigung als Erfolg: Sie sei ein „starkes Signal“. Die Tarifparteien hätten bewiesen, dass sie „jenseits politischer Zwangsmaßnahmen zu einer einheitlichen und fairen Lohnuntergrenze für die Beschäftigten und Unternehmen finden“.

Die Tarifparteien vereinbarten laut Verdi-Sprecherin nun Verhandlungen, bei denen es um weitere „Details“ gehen soll – etwa den Antrag beim Bundesarbeitsministerium auf Allgemeinverbindlichkeit. Ein Tarifvertrag gilt zunächst nur für die Mitglieder des Zentralverbandes. Erst wenn das Ministerium ihn für allgemeinverbindlich erklärt hat, gilt er für alle Betriebe – auch Billigketten.

Im deutschen Friseurhandwerk arbeiten nach Angaben des Zentralverbands rund 260.000 Beschäftigte. Der Friseurverband will mit einem Mindestlohn den „ruinösen Preiswettbewerb“ beenden und den Nachwuchs in der Branche sichern.