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Ein Finanzinstitut als PPP: die ProCredit Bank

Seit März bietet die ProCredit Bank in Deutschland ihre Dienstleistungen an. Eine Besonderheit: Ihre Holding ist eine Public Private Partnership (PPP). Die ProCredit Bank versorgt kleine und mittlere Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern mit Kapital und fördert das private Sparen. Konsumentenkredite vergibt sie nicht.

Frankfurt am Main (csr-news) – Seit März bietet die ProCredit Bank in Deutschland ihre Dienstleistungen an. Eine Besonderheit: Ihre Holding ist eine Public Private Partnership (PPP). Die ProCredit Bank versorgt kleine und mittlere Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern mit Kapital und fördert das private Sparen. Konsumentenkredite vergibt sie nicht.

Die Geschichte der ungewöhnlichen Bank begann Ende der 90er Jahre in Osteuropa, als dort das international tätige deutsche Consultingunternehmen IPC Banken für ökonomisch schwache Kundengruppen aufbaute. Dabei übernahmen IPC-Experten das Management dieser Banken und die Beratungsgesellschaft beteiligte sich an deren Eigenkapital. Auf eine erste Beteiligung an der Micro Enterprise Bank von Bosnien und Herzegowina folgten ähnliche Beteiligungen in Albanien, Georgien und weiteren Ländern. 1998 gründete die IPC als Beteiligungsgesellschaft die Internationale Micro Investitionen (IMI) AG, an der sich die holländische DOEN-Stiftung sowie später die KfW-Gruppe und der zur Weltbank gehörende IFC beteiligten. Aus der IMI ging schließlich die ProCredit Holding hervor, deren 15.000 Mitarbeiter heute in 21 Entwicklungs- und Schwellenländern Afrikas, Europas sowie Lateinamerikas tätig sind. 2007 gründete sich die Bank in Deutschland und stellte so auch alle internationalen Finanzinstitute der Gruppe unter die Aufsicht der BaFin und der Bundesbank.

In der Geschäftspolitik der PPP-Bank vereinigen sich weitere Nachhaltigkeitsgesichtspunkte: Als Hausbanken für kleine und mittlere Unternehmen setzen die Institute auf Beratungsqualität sowie langfristige Beziehungen und tragen so zur Wirtschaftsförderung bei. Einen besonderen Wert legt die ProCredit Bank auf die Schulung ihrer Mitarbeiter, wofür drei eigene Schulungszentren betrieben werden. Grundsätzlich werden fixe Vergütungen gezahlt; Sonderzahlungen sind selten nicht an quantitative Erfolgsbeiträge des einzelnen Mitarbeiters gebunden. Die Vergütung der beiden Vorstände wird im Internet kommuniziert und liegt im niedrigen sechsstelligen Bereich.

In Deutschland startete das Geschäft für Privat- und Geschäftskunden nun mit Einlagen (Tages- und Festgelder sowie Sparbriefe). In naher Zukunft soll jedoch auch hierzulande die Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen folgen. Anlässlich der Vorstellung seiner Bank auf der Messe Grünes Geld am 13. April in München erklärte Vorstand Christoph Freytag: „Wir unterstützen die wirtschaftliche Entwicklung in den Ländern verantwortungsbewusst, und wir arbeiten dabei profitabel. Beides gehört für uns zusammen.“ Laut ihrem Geschäftsplan will die deutsche ProCredit Bank AG bis 2014 kostendeckend arbeiten und bis 2018 eine Bilanzsumme von 500 Millionen Euro aufbauen.

Foto: die ProCredit Bank in Mozambique