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Hewlett Packard gewährt Einblick in die Lieferkette

Der IT-Konzern Hewlett Packard arbeitet mit mehr als 1000 Zulieferern und deutlich mehr Dienstleistern zusammen. Im Rahmen des Dodd-Frank-Act hat HP nun als erstes amerikanisches IT-Unternehmen Einblick in die Lieferkette gewährt. Es geht um die Lieferanten sogenannter Konfliktmineralien.

Palo Alto (csr-news) > Der IT-Konzern Hewlett Packard arbeitet mit mehr als 1000 Zulieferern und deutlich mehr Dienstleistern zusammen. Im Rahmen des Dodd-Frank-Act hat HP nun als erstes amerikanisches IT-Unternehmen Einblick in die Lieferkette gewährt. Es geht um die Lieferanten sogenannter Konfliktmineralien.

Etwa 195 Hüttenwerke enthält die veröffentlichte Zulieferliste, darunter auch deutsche Unternehmen. HP belegt mit der Veröffentlichung, keine Mineralien aus Konfliktregionen zu beziehen. Es geht dabei vor allem um Lieferbeziehungen in die DK Kongo und die angrenzenden Staaten. Dort werden Rohstoffe wie Gold, Tantal oder Tin abgebaut die in der Vergangenheit oftmals Devisenbeschaffer für kriegerische Auseinandersetzungen waren. Mit der Verabschiedung des Dodd-Frank-Act im Jahr 2010 hat die USA ihren börsennotierten Unternehmen diesbezüglich Pflichten auferlegt. Die Unternehmen müssen jährlich über den Einsatz bzw. den Umgang mit Konfliktmineralien berichten. Gefragt wird unter anderem, ob entsprechende Mineralien in der Produktion eingesetzt werden, wenn dies der Fall sein sollte, woher diese stammen und welche Maßnahmen unternommen werden, um die Sorgfaltspflicht zu wahren. Kommen die Unternehmen dem nach und können in allen Punkten nachweisen, dass ihre Lieferkette frei von Konfliktmineralien ist, dann erhalten sie von der amerikanischen Börsenaufsicht ein Siegel.

Tatsächlich ist es für ein Unternehmen kaum möglich, den Nachweis einer konfliktfreien Lieferkette zu erbringen. Nur das Zusammenspiel aller Lieferanten untereinander sowie mit den entsprechenden Zertifizierungsanbietern macht diesen Nachweis überhaupt erst möglich. Dennoch halten Kritiker den hundertprozentigen Nachweis für unmöglich, spätestens, wenn Mineralien unterschiedlicher Herkunft miteinander verschmolzen werden, ist es mit einem eindeutigen Nachweis vorbei. HP bekräftigt hier seinen Einsatz im Rahmen des CFS-Programms (Conflict Free Smelter), das zusammen von der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC) und der Global e-Sustainability Initiative entwickelt wurde und inzwischen sichtbare Erfolge verkünden kann. So wurden erste Hüttenwerke als nachweisbar konflitfrei ausgezeichnet.

„Wir behandeln diese Frage mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie andere komplexe operative Herausforderungen“, sagt Tony Prophet, Senior Vice President bei HP. In den vergangenen Jahren hat HP schon an vielen Stellen mit NGOs und staatlichen Stellen zusammengearbeitet, um eine konfliktfreie Lieferkette sicherzustellen. Mit der Veröffentlichung der Hüttenwerke sieht sich HP nun auf dem besten Weg, diesen Anspruch zu verwirklichen. Der Druck auf die Hütten nimmt zu, sie müssen als konfliktfrei eingestuft und zertifiziert werden, um noch als Lieferant für internationale Konzerne wie Hewlett Packard eine Rolle zu spielen. HP will mit der neuen Veröffentlichung weiterhin mehr Transparenz in die eigenen Organisationsstrukturen bringen, nachdem schon in den vergangenen Jahren große Teile der Lieferkette der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurden. Diese Maßnahmen sind Teil einer ganzheitlichen Strategie um in der eigenen Lieferkette soziale und ökologische Standards durchzusetzen, heißt es dazu bei HP.