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VW: Mehr Investitionen in effizientere Fahrzeuge, Fertigung und Technologien

„Nachhaltigkeit gelingt, wenn jeder den Dialog sucht und bereit ist, gemeinsam mit anderen, Verantwortung zu übernehmen“, so empfängt der neue Nachhaltigkeitsbericht von Volkswagen seine Leser. Auf 168 Seiten berichtet der Automobilhersteller über ökologische, soziale und wirtschaftliche Aktivitäten des Geschäftsjahres 2012.

Wolfsburg/Hannover (csr-news) > „Nachhaltigkeit gelingt, wenn jeder den Dialog sucht und bereit ist, gemeinsam mit anderen, Verantwortung zu übernehmen“, so empfängt der neue Nachhaltigkeitsbericht von Volkswagen seine Leser. Auf 168 Seiten berichtet der Automobilhersteller über ökologische, soziale und wirtschaftliche Aktivitäten des Geschäftsjahres 2012.

Im Rahmen seiner Hauptversammlung präsentierte der Volkswagen Konzern seinen bislang umfangreichsten Nachhaltigkeitsbericht. Das Unternehmen blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Mehr als 9 Millionen Fahrzeuge haben den Konzern verlassen, der Umsatz stieg auf über 190 Milliarden Euro und führt zu einem Rekordergebnis von rund 21 Milliarden Euro. Damit nicht genug, für 2013 soll ein weiterer Anstieg folgen, vor allem auch in wichtigen Zukunftsmärkten wie beispielsweise China. Klar, dass sich bei diesen Zahlen die Frage stellt, unter welchen Bedingungen wurden sie erreicht, welche ökologischen und sozialen Konsequenzen hat dieses Wachstum. Volkswagen hat sich ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt und investiert massiv in effizientere Fahrzeuge, Fertigung und Technologien, hieß es dazu bei der Präsentation des Nachhaltigkeitsberichts. „Wir richten den gesamten Konzern auf maximale Energie- und Ressourceneffizienz aus”, betonen Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft, und Bernd Osterloh, Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen Aktiengesellschaft, im Vorwort des Berichts. Auch im vergangenen Jahr habe Europas größter Automobilhersteller durch vielfältige Maßnahmen und Fortschritte bewiesen, dass er sich seiner „großen Verantwortung für Mitarbeiter und Kunden, für eine intakte Umwelt und für eine ausgewogene gesellschaftliche Entwicklung“ stelle.

Die Zahl der weltweit zugelassenen Fahrzeuge nimmt stetig zu und wird in den kommenden Jahren bei rund 1,3 Milliarden liegen. Vor diesem Hintergrund formuliert VW seine besondere unternehmerische Verantwortung. Eingebettet sind die Nachhaltigkeitsziele in die „Konzernstrategie 2018“. So soll der Konzern nicht nur das profitabelste und innovativste Automobilunternehmen der Welt sein, sondern zugleich auch die nachhaltigste Automobilmarke werden. Dafür soll unter anderem der durchschnittliche CO2-Ausstoß der europäischen Neuwagenflotte auf 120 g/km gesenkt werden. Bislang liegt dieser Wert bei etwa 134 g/km, allerdings weist das Unternehmen darauf hin, dass bereits etwa 245 Modelle aller Konzernmarken den angestrebten Zielwert erreichen. Etwa 10 bis 15 Prozent verbrauchsgünstiger als das Vorgängermodell soll jede neue Modellgeneration sein, so das Ziel. Mit Umweltbilanzen über den gesamten Produktlebenszyklus sollen deshalb alle Stellschrauben erkannt werden, mit denen sich Klimaschutz und Ressourcenschonung verbessern lassen.

Volkswagen ist traditionell ein Unternehmen mit einer Vielzahl an Stakeholdern, die alle ihre Ansprüche an das Unternehmen stellen. Neben Kunden Lieferanten und Mitarbeiter, inklusive der schon immer sehr aktiven Betriebsräte und Gewerkschaften, sind dies auch Umweltorganisationen, vor allem Greenpeace fokussiert sich immer wieder auf den Konzern, aber auch politische Akteure, die im Fall von VW nicht nur Gesetzgeber sind, sondern auch Shareholder. VW öffnet sich dem Dialog mit diesen Gruppen und versucht durch standardisierte Methoden die Ansprüche an die Unternehmensverantwortung zu ermitteln und umzusetzen. Die Themen werden dabei einerseits auf Relevanz überprüft und ihre Bedeutung für VW bzw. deren Stakeholder wird bewertet genauso wie die Möglichkeiten der Einflussnahme. Das Themenspektrum ist entsprechend der unterschiedlichen Stakeholder mannigfaltig und reicht von Klassikern wie Klimaschutz und Beschäftigungssicherheit bis hin zu Lärmschutz, Urbanisierung oder Menschenrechte. Dabei sind auch einem Weltkonzern Grenzen gesetzt, auch wenn VW mit einem Beschaffungsvolumen von fast 130 Milliarden Euro eine enorme wirtschaftliche Macht hat, um Lösungen für brennende Themen voranzutreiben. Um in der Lieferkette nachhaltig zu agieren und Reputationsrisiken auszuschließen, hat VW bereits 2006 ein Konzept entwickelt, mit dem Ziel, die globalen Waren- und Lieferströme stabil, effizient und nachhaltig zu gestalten. Die entsprechenden Richtlinien gelten für alle Geschäftspartner und deren beteiligte Vorlieferanten oder Subunternehmer. Umweltziele werden beispielsweise oftmals fester Vertragsbestandteil, Hauptlieferanten müssen ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nachweisen. Alle Lieferanten müssen zudem eine Selbstauskunft zum Thema Nachhaltigkeit einreichen. Bis Ende 2012 hatten 7812 Lieferanten diesen Fragebogen beantwortet. Bei begründeten Verdachtsmomenten, möglichen Abweichungen zu den Nachhaltigkeitsanforderungen von Volkswagen oder einem nicht zufriedenstellenden Antwortverhalten wird der Lieferant kontaktiert und um eine Stellungnahme gebeten. Im vergangenen Jahr musste in insgesamt elf Fällen eine Stellungnahme eingefordert und weitere Maßnahmen verabredet werden. Von diesen Fällen waren neun im Bereich Soziales, zwei im Bereich Umwelt einzuordnen. Sechs der Fälle traten in Europa auf, drei in Asien und zwei in Südamerika.

Gegen Ende des Berichts veröffentlicht das Unternehmen eine eigene Top- und Flop-Liste. Zu den Highlights gehört demnach die eingeführte „Charta der Zeitarbeit“, der Sustainovation Award, die Präsentation des neuen Golfs sowie die Einführung des internationalen Fachkräfte-Programms „StartUp Europe“. Zu den Flops zählt das Unternehmen das schlechte Abschneiden bei den CSR-Online-Awards, der Greenpeace Protest sowie die Kritik von Transparency International an der Nachhaltigkeitsberichterstattung deutscher Unternehmen.

Der Nachhaltigkeitsbericht für Geschäftsjahr 2012 steht zum Download bereit, wird aber auch online angeboten oder kann als Print-Version bestellt werden.

 

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