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Wenig Vertrauen in Unternehmenskommunikation

Deutsche und Franzosen haben wenig Vertrauen in Unternehmen. Es fehlt ihnen an Transparenz und Glaubwürdigkeit, da sind sich beide Nationen einig. Die deutsch-franzöische Agenturinitiative L’Observatoire de l’Authenticité hat nun zum dritten Mal die Bewohner beider Länder zur Glaubwürdigkeit von Unternehmen befragt. Dabei schneiden deutsche Unternehmen deutlich besser ab.

Paris (csr-news) > Deutschland – Frankreich 1:0 – Deutsche und Franzosen haben wenig Vertrauen in Unternehmen. Es fehlt ihnen an Transparenz und Glaubwürdigkeit, da sind sich beide Nationen einig. Die deutsch-franzöische Agenturinitiative L’Observatoire de l’Authenticité hat nun zum dritten Mal die Bewohner beider Länder zur Glaubwürdigkeit von Unternehmen befragt. Dabei schneiden deutsche Unternehmen deutlich besser ab.

Zu den zehn glaubwürdigsten Unternehmen zählen auf beiden Seiten des Rheins deutsche Firmen wie Adidas, BMW, Mercedes und Volkswagen. Trotzdem vertrauen immerhin 66 Prozent der Franzosen und 69 Prozent der Deutschen keinem einzigen Unternehmen. Kein gutes Zeugnis für die Unternehmenskommunikation in den Unternehmen beider Länder.  Stephan Billiet von der französischen We Agency, einer Partneragentur der IC AG, die die Initiative unterstützt, hält es für “besorgniserregend, dass in Frankreich nur 54 Prozent der Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation ihres Arbeitgebers vertrauen und dass sich diese Zahlen bei jeder Umfrage der L’Observatoire de l’Authenticité wieder bestätigen. Die Deutschen jedoch, auch wenn sie der Kommunikation ihres Unternehmens gegenüber kritisch sind, vertrauen ihr dagegen zu 65 Prozent“. Mehrheitlich werden dabei deutsche Unternehmen genannt sowie internationale Marken wie Coca Cola oder Apple. Bei den Franzosen finden sich noch Konzerne wie Danone oder Airbus unter den meistgenannten Unternehmen. Erstaunlicherweise halten mehr als die Hälfte der Franzosen deutsche Unternehmen für glaubwürdiger, nur ein gutes Viertel hat eine ähnliche Meinung zu französischen Firmen. Edouard Rencker, Präsident der Makheia Group: “Der große Verlierer ist die Unternehmenskommunikation. Man kannte bislang Misstrauen gegenüber Politikern und der Presse, doch große Unternehmen blieben größtenteils verschont. Heute nähren auch sie die allgemeine Empfindung der Manipulation. Die Verantwortlichkeit liegt voll und ganz in der Kommunikation: Das ist das Signal für eine Überarbeitung der strategischen Überlegungen, vor allem in den Agenturen“.

     

 

 

 

Die Agenturinitiative L’Observatoire de l’Authenticité  hat die Umfrage im Februar und März dieses Jahres mit 1010 Franzosen und 1092 Deutschen durchgeführt. Ziel der Initiative ist es, die wahrgenommene Glaubwürdigkeit von Unternehmen zu ermitteln und aus den Ergebnissen Lehren für die Kommunikationsarbeit zu ziehen. 2010 wurde das Netzwerk zunächst mit französischen Agenturen gegründet und Anfang dieses Jahres um eine deutsche Beteiligung erweitert.

Die vollständige Studie steht nur in französischer Sprache zum Download zur Verfügung.