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Von der Generation Praktikum zur Generation Altersarmut?

Berlin (csr-news) > Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland blicken so optimistisch wie schon lange nicht mehr in die Zukunft. Obwohl sie die wirtschaftlichen Aussichten durchaus skeptisch einschätzen, fürchten sie sich kaum noch vor Arbeitslosigkeit. 95 Prozent gehen davon aus, in zehn bis fünfzehn Jahren ein gutes Leben zu führen, 91 Prozent sind sich sicher, beruflich erfolgreich zu sein, so lauten Ergebnisse der nun vorliegenden Metallrente Studie 2013. „So optimistisch war schon lange keine junge Generation mehr“, sagt der wissenschaftliche Leiter der Studie, Jugendforscher Klaus Hurrelmann von der Berliner Hertie School of Governance. „Die gute wirtschaftliche Lage ist im Bewusstsein der jungen Frauen und Männer angekommen“. Ein Ergebnis macht ihm aber große Sorge: Nur 38 Prozent der jungen Leute zwischen 17 und 27 Jahren sorgen regelmäßig zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung für ihr Alter vor. „Die jungen Leute fühlen sich bei dieser elementaren Frage der Zukunftssicherung üüberfordert, schlecht informiert und von Staat und Politik im Stich gelassen. Damit läuft die Mehrheit von ihnen Gefahr, im Alter arm zu sein. Besonders junge Frauen sind mit dem Risiko der Altersarmut konfrontiert“.

Die Studie befasst sich mit den Einstellungen und Strategien Jugendlicher und junger Erwachsener zu ihrer Altersvorsorge und lässt damit jene Generation zu Wort kommen, die besonders stark von demografischen und ökonomischen Veränderungen und gewandelten Anforderungen an finanzielle Zukunftsdispositionen betroffen ist. Insgesamt fällt auf, dass das Thema Finanzen und Vorsorge die Jugendlichen inzwischen weniger bewegt als noch vor drei Jahren. Sie gehen auch weniger davon aus, die Geldanlage würde wirklich etwas abwerfen. Der Staat wird in der Verantwortung gesehen, sich aktiver als bisher und ausgehend vom Prinzip der Gleichbehandlung um Ausgleich bei den Renten zu kümmern. Wenn der Staat wirklich wollte, könne es auch in Zukunft eine gute Rente geben, sagten bei der ersten Studie 74 Prozent und bei der Zweiten 79 Prozent der Jugendlichen. In der aktuellen Studie der MetallRente fällt die starke Minderheit von 40 Prozent der Jugendlichen auf (zuvor 31 Prozent), die den Staat klipp und klar auf die Sicherung „guter Renten“ verweist. Dies wird auch durch den hohen Bekanntheitsgrad (89 Prozent) und das wieder gestiegene Vertrauen (74 Prozent) in die gesetzliche Rentenversicherung gestützt. Die gesetzliche Rentenversicherung ist in den Augen vieler Jugendlicher wieder wichtiger geworden und viele befürworten ihre Ausweitung. Eine deutliche Mehrheit von 68 Prozent der Befragten meint, dass alle gesellschaftlichen Gruppen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollten (2009: 62 Prozent). 66 Prozent der Jugendlichen geben an, ihr Vertrauen in Banken und Versicherungen als verlässliche Träger der Altersvorsorge sei erschüttert. In diesem Zusammenhang spielt auch der Reflex der öffentlichen Debatte über das „Kleingedruckte“, in dem sich die eigentliche Brisanz der Kosten der Produkte und der zu erwartenden Leistungen verbirgt, eine wesentliche Rolle. 84 Prozent der Jugendlichen sind hier misstrauisch.