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Kritik an Textil-Discounter Kik nach Fabrikeinsturz in Bangladesch

Wuppertal/Bönen (afp) – Nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch mit hunderten Toten haben Arbeitsrechtler schwere Vorwürfe gegen den Textil-Discounter Kik erhoben. „Es zeichnet sich ab, dass Kik innerhalb von nur acht Monaten ein drittes Mal in ein schweres Unglück in einer Textilfabrik involviert ist“, heißt es in einer Mitteilung der „Kampagne für Saubere Kleidung“ vom Donnerstag. Das kritisierte Unternehmen wies jegliche Eigenverantwortung an dem Unglück nahe der Hauptstadt Dhaka zurück, bei dem am 24. April mehr als 430 Menschen ums Leben gekommen waren.

„Wir sind überrascht, betroffen und erschüttert, dass es offensichtlich Anzeichen dafür gibt, dass neben anderen Marken auch Textilien von Kik in den Trümmern des Rana Plaza Buildings gefunden worden sind“, erklärte der Textilkonzern. Allerdings habe es „seit 2008 keine direkten Geschäftsbeziehungen zwischen Kik und den im Rana Plaza ansässigen Lieferanten gegeben“. Der Fund der Markenlogos und Textilien gebe der Firma ein Rätsel auf und werde nun geprüft. Fraglich sei zudem, „wie in einem von den Behörden zuvor offiziell geräumten Gebäude weiter gearbeitet werden konnte“.

Auch am TÜV Rheinland übte die „Kampagne für Saubere Kleidung“ heftige Kritik: Dessen Prüfer hätten eine der Textilfabriken in dem eingestürzten Haus in den Jahren 2011 und 2012 vier Mal untersucht, dabei aber keine Baumängel festgestellt. Der TÜV Rheinland räumte zwar die Überprüfung zweier Fabriken ein – allerdings seien diese nicht auf Baumängel, sondern „soziale und ethische Kriterien der Arbeitsgestaltung“ untersucht worden. Gegen anders lautende Behauptungen würden rechtliche Schritte geprüft.

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