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Merkel: mehr Transparenz bei Kleidungsproduktion

Hamburg (csr-news) – Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach der Katastrophe in einem Textilfabrikgebäude in Bangladesch überzeugt, dass wir „versuchen sollten, mehr Transparenz in die Produktion zu bekommen“. Europa könnte Vorreiter mit einer Herkunftserklärung für Kleidung sein, sagte Merkel am 3. Mai auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg. Bei Tropenhölzern sei etwas Ähnliches geschafft und bei Palmöl unterwegs. Dabei dürfe Europa gegenüber den Herstellungsländern von Textilien nicht dominant auftreten, sondern müsse Wege zu einer Verbesserung der Situation mit diesen diskutieren. Es gelte, einen „guten Pfad“ zu finden, auf dem skandalöse Bedingungen wie überfüllte Fabrikhallen kontrolliert werden könnten.

Die ehemalige neuseeländische Ministerpräsidentin und Leiterin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), Helen Clark, erinnerte auf der Veranstaltung an die Verantwortung der Verbraucher. „Wir haben Macht und sollten sie anwenden“, sagte Clark. Verbraucher sollten nach der Herkunft und den Herstellungsbedingungen von Kleidung fragen und ethisch motivierte Kaufentscheidungen treffen.

Ende April hatte im Norden der Hauptstadt von Bangladesch, Dhaka, der Einsturz eines Fabrikgebäudes mit mehreren Textilwerkstätten über 400 Todesopfer gefordert.