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„Neugierig sein auf eine Welt im Wandel“: Bundeskanzlerin auf dem Kirchentag

Die Deutschen sollen akzeptieren: „Uns wird es auf Dauer nur gut gehen, wenn es auch anderen Ländern gut geht.“ Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg. Die Kirchentagsbesucher sollten sich für die Welt interessieren und einmischen. Dazu sagte Merkel: „Wir müssen Unrecht beim Namen nennen, auf der einen Seite, und nicht die Augen verschließen vor der Größe der Aufgaben, die in den Entwicklungsländern vor uns liegen.“

Hamburg (csr-news) – Die Deutschen sollen akzeptieren: „Uns wird es auf Dauer nur gut gehen, wenn es auch anderen Ländern gut geht.“ Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am 3. Mai auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg. Die Kirchentagsbesucher sollten sich für die Welt interessieren und einmischen. Dazu sagte Merkel: „Wir müssen Unrecht beim Namen nennen, auf der einen Seite, und nicht die Augen verschließen vor der Größe der Aufgaben, die in den Entwicklungsländern vor uns liegen.“ Das Internet böte ausgezeichnete Chancen, sich zu informieren. „Seien wir neugierig auf eine Welt, die sich in einem unglaublichen Wandel befindet“, so die Bundeskanzlerin. Im Schöpfungsbericht finde sich der Auftrag, Gottes Schöpfung zu bebauen und zu bewahren. Merkel: „Das ist unser Auftrag, das war der Auftrag unserer Vorgänger und das wird der Auftrag derer sein, die nach uns kommen.“

Europäer müssen zusammenhalten

Bei der Lösung von Zukunftsaufgaben komme Europa eine besondere Bedeutung zu. „Die Welt guckt auf Europa“, sagte die Kanzlerin. Deshalb dürfe sich die Gesellschaft nicht mit der hohen Zahl der jugendlichen Arbeitslosen abfinden. Im Blick auf Deutschland werde genau beobachtet, ob die Energiewende gelinge. Merkel dazu: „Wenn wir das nicht schaffen, dann werden viele die Hände in den Schoß legen und sagen: Dann schaffen wir das auch nicht.“ Die Europäer machten einen Anteil von acht Prozent an der Weltbevölkerung aus. In der Welt gehört zu werden, „schaffen wir das allenfalls mit 500 Millionen Europäern, die gut vorangehen“, so die Kanzlerin.

Textilproduktion braucht Transparenz

Angesichts der Katastrophe in einem Textilfabrikgebäude in Bangladesch, die Ende April über 400 Tote forderte, sprach sich die Kanzlerin dafür aus, „mehr Transparenz in die Produktion zu bekommen“. Europa könnte Vorreiter mit einer Herkunftserklärung für Kleidung sein, bei Tropenhölzern sei etwas Ähnliches geschafft und bei Palmöl unterwegs. Dabei dürfe Europa gegenüber den Herstellungsländern von Textilien nicht dominant auftreten, sondern müsse Wege zu einer Verbesserung der Situation mit diesen diskutieren. Es gelte, einen „guten Pfad“ zu finden, auf dem skandalöse Bedingungen wie überfüllte Fabrikhallen kontrolliert werden könnten.

Bei Werten sind glaubensbasierte Gruppen gefragt

Bei der Veranstaltung unter dem Thema „Und siehe, es war sehr gut. Was ist die Schöpfung in der globalisierten Welt wert?“ sprach auch die ehemalige neuseeländische Ministerpräsidentin und Leiterin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP, New York), Helen Clark. Da es bei der nachhaltigen Entwicklung nicht nur um Programme, sondern auch um Werte gehe, seien glaubensbasierte Gruppen und ihrer Leiter gefordert. „Das kann eine kraftvolle Bewegung werden, die Veränderung bewirkt“, sagte Clark. Zugleich berichtete sie, dass einige der 2001 von den Vereinten Nationen vereinbarten Millennium-Entwicklungszielen, mit denen globale Probleme wie Hunger oder Krankheiten bis 2015 bekämpft werden sollten, nicht zu erreichen seien. Diese Ziele müssten über das Jahr 2015 hinaus weiter verfolgt werden. „Wir brauchen eine neue klare einfach zu kommunizierende Vereinbarung, die uns herausfordert, mehr zu tun“, so die UNDP-Leiterin.

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