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„Verstehen, was mit dem eigenen Geld geschieht“ – Anlagetipps und Bankenkritik auf dem Kirchentag

Ratschläge für sichere Geldanlagen haben Banker und Politiker auf einer Veranstaltung zum Thema „Gestalten statt Spekulieren“ am 3. Mai auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg gegeben. „Erkundigen Sie sich nach der Höhe der Provision des Bankmanagers, der Sie berät“, sagte der SPD-Politiker und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Der Vorstandssprecher der GLS Bank, Thomas Jorberg, riet: „Wenn Sie selbst das verstehen, was mit Ihrem Geld passiert, dann kann das nicht so ganz falsch sein.“ Und der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, warnte vor hohen Renditeversprechen.

Hamburg (csr-news) – Ratschläge für sichere Geldanlagen haben Banker und Politiker auf einer Veranstaltung zum Thema „Gestalten statt Spekulieren“ am 3. Mai auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg gegeben. „Erkundigen Sie sich nach der Höhe der Provision des Bankmanagers, der Sie berät“, sagte der SPD-Politiker und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Der Vorstandssprecher der GLS Bank, Thomas Jorberg, riet: „Wenn Sie selbst das verstehen, was mit Ihrem Geld passiert, dann kann das nicht so ganz falsch sein.“ Und der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, warnte vor hohen Renditeversprechen: „Hohe Rendite hat immer etwas – eins zu eins – mit höheren Risiken zu tun“. Zudem solle ein Investor nie „alle Eier in einen Korb“ legen – sondern seine Anlagen streuen.

„Wir regieren das Geld – nicht umgekehrt“

Unterschiedliche Antworten gaben die Experten auf die Frage, wie zukünftigen Bankenkrisen vorgebeugt werden kann. Jorberg bezeichnete es als entscheidend, die Verantwortung für soziale und ökologische Auswirkungen von Finanztransaktionen im Bankensystem zu verankern. So könne organisierter Verantwortungslosigkeit entgegengewirkt und das folgende Prinzip verwirklicht werden: „Wir regieren das Geld und nicht umgekehrt“, sagte der Banker. Fahrenschon sagte, es gebe weltweit vier Banken, die durch ihre Größe die Finanzmärkte jederzeit wieder in den Abgrund reißen könnten. Deshalb sei zu überlegen, ob diese nicht verkleinert werden sollten. Zudem gehe es um eine veränderte Einstellung der Kunden. Der Sparkassen-Präsident: „Wir alle müssen auch erkennen: Geiz ist eben nicht geil.“ Steinbrück forderte eine stärkere Bankenregulierung und eine verbesserte Aufsicht. Zudem müssten Banken auch abgewickelt werden können. „Marktwirtschaft bedeutet: Wenn man sich verzockt hat und wenn man scheitert, dann verschwindet man vom Markt“, sagte der SPD-Politiker.

„Geld arbeitet nicht“

Gegen Finanzmarkt-Spekulationen sprach sich der ehemalige Chef-Volkswirt Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD), Prof. Heiner Flassbeck, aus. „‚Ich lasse mein Geld für mich arbeiten‘ ist einer der dümmsten Sätze, die je gesagt wurden“, so der Ökonom. „Geld arbeitet nicht, Menschen arbeiten.“ Finanzspekulationen seien ein „Herdenspiel“, bei dem sich der Wert eines Finanzproduktes allein wegen der steigenden Nachfrage erhöhe. Flassbeck dazu: „Wir haben die Illusion eines Wertes geschaffen.“ Besonders schädlich seien Spekulationen auf Rohstoffe, insbesondere auf Nahrungsmittel, weil sie deren Preise künstlich verzerrten. Solche Spekulationen sollten verboten werden.

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