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Millionen-Einnahmen aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln

Berlin/München (csr-news) > Oxfam Deutschland veröffentlicht heute anlässlich der Hauptversammlung der Allianz in München den Bericht „Hungerroulette“. In der Kurzstudie hat Oxfam berechnet, dass deutsche Finanzinstitute allein durch die Verwaltung von Nahrungsmittel-Spekulationsfonds 2012 mindestens 116 Millionen Euro eingenommen haben. Spitzenreiter ist die Allianz mit mehr als 62 Millionen. Insgesamt legten Kunden deutscher Geldhäuser über 11,6 Milliarden in riskanten Wetten auf die Preise von Agrarrohstoffen wie Mais und Weizen an. „Nahrungsmittelspekulation erhöht die Gefahr von Preisschwankungen und Hunger“, sagt Oxfams Experte und Autor des Berichts David Hachfeld. „Menschen in armen Ländern können sich Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten, wenn die Preise explodieren.“ Den Zusammenhang von Nahrungsmittelspekulation und Hunger zeigen viele wissenschaftliche Studien. Einige Banken, wie die Commerzbank, die Landesbank Baden-Württemberg und die Deka, haben deshalb vorsorglich Agrarrohstoffe aus ihren Fonds gestrichen. „Doch die Allianz und die Deutsche Bank übernehmen nach wie vor keine Verantwortung für ihre Geschäfte mit dem Hunger. Letztere hat sogar ihre Zusage gebrochen, die Auflage neuer Fonds so lange auszusetzen, bis sie eine Untersuchung zum Hungerrisiko durchgeführt hat“, sagt Hachfeld. Laut Oxfams Recherche gründete die Deutsche Bank im letzten Jahr fünf neue Fonds und nahm insgesamt mehr als 40 Millionen Euro allein aus der Verwaltung ihrer Agrarrohstofffonds ein.