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SMS-Hotline für asiatische Arbeiter: Adidas-Pilotprojekt in Indonesien

Wie kann ein Unternehmen direkt mit den Mitarbeitern seiner Zulieferbetriebe kommunizieren, sie über Arbeitnehmerrechte informieren und Beschwerden entgegennehmen? Per SMS, sagt Adidas. Ein Pilotprojekt startete dazu im vergangenen Jahr bei einem Schuhersteller in Indonesien. Jetzt stellte der deutsche Sportausrüster erste Ergebnisse vor.

Herzogenaurach (csr-news) – Wie kann ein Unternehmen direkt mit den Mitarbeitern seiner Zulieferbetriebe kommunizieren, sie über Arbeitnehmerrechte informieren und Beschwerden entgegennehmen? Per SMS, sagt Adidas. Ein Pilotprojekt startete dazu im vergangenen Jahr bei einem Schuhersteller in Indonesien. Jetzt stellte der deutsche Sportausrüster erste Ergebnisse vor.

Adidas verpflichtet seine Zulieferer bereits, auf mindestens zwei Kanälen den Austausch mit ihren Mitarbeitern zu suchen: über Plakataushänge, Mitarbeiterbesprechungen oder beim gemeinsamen Mittagessen mit dem Management. Und wenn die Compliance-Mitarbeiter des deutschen Unternehmens in den asiatischen Fabriken unterwegs sind, verteilen sie fleißig ihre Visitenkarten. Von der Rückmeldemöglichkeit machen die Arbeiter jedoch nur in einem sehr begrenzten Umfang Gebrauch. Das kann sich mit dem neuen System ändern.

Dessen Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass fast alle Arbeiter in Indonesien Mobiltelefone nutzen. Inspiriert durch ein ILO Better Work-Projekt hat Adidas bei einem Zulieferer die neue und völlig anonyme „SMS Worker Hotline“ aufgesetzt. SMS sind billig und erfordern keine hochmodernen Geräte. Für das Projekt müssen sich teilnehmende Arbeiter mit ihrer Handynummer registrieren. Dann können sie ihre Nachrichten, Beschwerden, Verbesserungsvorschläge und Fragen anonymisiert zugleich an ihren Arbeitgeber und an Adidas senden. Adidas wiederum kann auch verfolgen, wie der Zulieferer auf die Rückmeldungen seiner Mitarbeiter reagiert. Und das deutsche Unternehmen sendet regelmäßig Informationen zu Arbeitnehmerrechten an die Mitarbeiter seines Zulieferers. Zum Projektbeginn stellte ein Berater das Projekt den Arbeitnehmern und Gewerkschaftsvertretern vor, führte Schulungen durch und installierte das System.

Mit dem Start des Pilotprojektes zeigte sich Adidas sehr zufrieden. Bei den Rückmeldungen von Arbeitnehmerseite habe es sich im ersten Monat zu 79 Prozent um Beschwerden, zu 19 Prozent um Fragen und zu 2 Prozent um Vorschläge gehandelt. Das System besitze ein Potential, die Kommunikation zwischen Arbeitnehmern und Management entscheidend zu verbessern. Das indonesische Unternehmen habe die eingehenden Nachrichten jeweils innerhalb kurzer Zeit beantwortet – eine Voraussetzung für den Erfolg des Projektes. In diesem Jahr sollen vier weitere Unternehmen in Indonesien und ein Zulieferbetrieb in Vietnam die „SMS Worker Hotline“ erhalten.

Weitere Informationen auf dem >> adidas Group Corporate Blog.

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