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CSR im Grenzbereich

Seit rund einem Jahr beschäftigt sich das Unternehmernetzwerk DNLbusiness aus der Grenzregion Deutschland-Niederlande mit dem Thema CSR. P3 nennt sich das gemeinsame Vorhaben und das steht für People, Planet, Profit. Betriebe beider Länder nahmen an dem EU-geförderten Projekt teil. Nun wurde Bilanz gezogen.

Steinfurt (csr-news) > Seit rund einem Jahr beschäftigt sich das Unternehmernetzwerk DNLbusiness aus der Grenzregion Deutschland-Niederlande mit dem Thema CSR. P3 nennt sich das gemeinsame Vorhaben und das steht für People, Planet, Profit. Betriebe beider Länder nahmen an dem EU-geförderten Projekt teil. Nun wurde Bilanz gezogen.

Im Rahmen des Projekts wurden u.a. deutsche und niederländische Betriebe bei einer sogenannten Nullmessung begleitet. Zusammen mit einem Fachbetrieb für CSR konnten die teilnehmenden Unternehmen analysieren, inwieweit sie bereits verantwortungsvoll handeln und arbeiten. „Eine der wichtigsten Erkenntnisse war dabei, dass die Unternehmen bereits einiges machen, sich dessen aber nicht bewusst sind“, so DNLbusiness-Geschäftsführer Johannes Reef. Auf Basis dieser ersten Bestandsaufnahme wurden zusammen mit den Betrieben konkrete Schritte entwickelt, sich zukünftig noch stärker in Richtung einer ausgewogenen Balance zwischen den drei Pfeilern: Mensch, Umwelt und Profit zu bewegen. Auf deutscher Seite ließ das Gronauer Traditionsunternehmen Industriebau Hoff und Partner eine solche Messung durchführen. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung erläuterte Geschäftsführer Ingo Hoff, wie er die Messung erlebte und welchen Nutzen sein 60 Mitarbeiter umfassendes Unternehmen aus den Ergebnissen ziehen konnte. Neben einem handfesten Maßnahmenkatalog war es für Hoff und Partner angenehm zu sehen, dass der Betrieb in vielen Bereichen bereits gute Ergebnisse erzielt. Auf der anderen Seite wurden neue und andere Wege skizziert, um zukünftig verantwortungsvoller zu agieren. Neben weiteren good-practice Beispielen wurde von den Initiatoren die Idee eines „runden Tischs“ diskutiert. Auf niederländischer Seite, in Utrecht, hat sich ein ähnliches Vorhaben inzwischen etabliert. Dort treffen sich die Unternehmen zum regelmäßigen Austausch, diskutieren über aktuelle Nachhaltigkeitsthemen und unterstützen sich gegenseitig bei der Umsetzung im Betrieb. Dieses Vorhaben soll nun auch auf deutscher Seite umgesetzt werden. „In einem ersten Schritt werden wir die Kollegen in Utrecht besuchen und anschließend mit der Umsetzung in Deutschland beginnen“, so Reef.

Im Laufe des Jahres hat sich das Unternehmerbündnis mit den vielfältigen Fragen verantwortungsvollen Unternehmertums auseinandergesetzt und dieses Wissen auch in einer Broschüre zusammengestellt. „CSR – über die Optimierung Ihrer finanziellen und gesellschaftlichen Rendite“ heißt das 44-seitige Werk. Neben einer Einführung geht es um die Messung und Implementierung von CSR für kleine und mittelständische Betriebe. Der Verband will interessierten Unternehmen Antworten auf die vielen Fragen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung geben. Denn, bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand, sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden, stellt Nachhaltigkeit ein immer wichtigeres Auswahlkriterium dar. „Vor allem in den Niederlanden wird inzwischen bei fast allen öffentlichen Ausschreibungen auch das CSR-Engagement eines Unternehmens mitbewertet“, so Reef. Für deutsche Handwerksbetriebe, die auch jenseits der Grenze tätig sind, wird CSR somit zunehmend zum Thema.

In der Broschüre wurden zudem beteiligte Unternehmen porträtiert und so die Herangehensweisen in den beiden Ländern sichtbar. Grundsätzlich haben sich allerdings keine nennenswerten Unterschiede in der Betriebsführung gezeigt. Die Unternehmen beider Länder sind sich der Folgen ihrer Betriebsführung für die Umwelt bewusst. Auch im Hinblick auf Personal und Gesellschaft lassen sich keine nennenswerten Unterschiede benennen. In einem Punkt unterscheiden sich allerdings die Unternehmen beider Länder. Während in Deutschland ethische Prinzipien des Handelns eher informell vorhanden sind oder manchmal auch nur im Verständnis des Inhabers, haben niederländische Unternehmen diese Prinzipien meist in einem Code of Conduct festgeschrieben. „Hier haben die deutschen Unternehmen noch Nachholbedarf“, so Reef. Auf der Abschlussveranstaltung hat sich gezeigt, dass in diesem Punkt allerdings noch deutliche Meinungsunterschiede herrschen. Stoff also der dann an einem der „runden Tische“ diskutiert werden kann. Reef zeigt sich optimistisch, dass dieses Vorhaben auch auf deutscher Seite ein Erfolg wird.

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