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Bangladesch: Modeunternehmen unterzeichnen Brandschutzabkommen

Die Modeunternehmen C&A, H&M sowie Inditex treten einem Abkommen mit den Gewerkschaften über den Brandschutz in den Textilfabriken von Bangladesch bei. Indes hat der Verband der Textilhersteller und -exporteure Bangladeschs die Schließung hunderter Textilfabriken auf unbestimmte Zeit angekündigt.

Dhaka (csr-news) – Die Modeunternehmen C&A, H&M sowie Inditex treten einem Abkommen mit den Gewerkschaften über den Brandschutz in den Textilfabriken von Bangladesch bei. Indes hat der Verband der Textilhersteller und -exporteure Bangladeschs die Schließung hunderter Textilfabriken auf unbestimmte Zeit angekündigt.

Das von den internationalen Gewerkschaftsbünden IndustriALL und UNI Global Union vorgeschlagene Abkommen „Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh“ wird von NGOs wie der Clean Clothes Campaign unterstützt. Als eines der ersten Unternehmen hatte es Tchibo unterzeichnet. „Wir hoffen auf eine breite Koalition der Unterzeichner, damit das Abkommen an der Basis effektiv arbeiten kann“, so die Nachhaltigkeitsverantwortliche von H&M, Helena Helmersson, gegenüber der Presse. Der Generalsekretär von UNI Global Union, Philip Jennings, erklärte: „Wir drängen andere Händler, unmittelbar zu folgen. Wir fordern diese Unternehmen auf, das Richtige zu tun angesichts von über 1.250 Todesopfern unter Textilarbeitern bei Fabrikkatastrophen in Bangladesch in den letzten sechs Monaten.“

Zu den Ursachen der katastrophalen Fabrikbrände zählen unzureichende bauliche Ausstattungen wie fehlende Fluchtwege, mangelhafte Elektroinstallationen, fehlende Sprinkleranlagen oder unzureichende Feuerschutztrainings für die Belegschaft. Die Brandschutzkontrollen durch Regierungsstellen sind mangelhaft.

Nach einem verheerenden Fabrikbrand im November in Dhaka hatte es mehrere Initiativen gegeben, die Situation zu verbessern. So hatten Textilverbände, die Regierung und Gewerkschaften im März den „National Tripartite Plan of Action on Fire Safety for the Ready-Made Garment Sector in Bangladesh“ unterzeichnet. Aus Deutschland ist die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) an der Entwicklung von Brandschutzmaßnahmen beteiligt. Nach Expertenmeinung ist es entscheidend, dass sich alle Beteiligten auf ein Abkommen einigen – und es umsetzen.

Unterdessen kündigte der Verband der Textilhersteller und -exporteure Bangladesch (BGMEA) an, hunderte Textilfabriken auf unbestimmte Zeit zu schließen. Davon betroffen sind alle Unternehmen im Industriekomplex Ashulia, der unweit des vor knapp drei Wochen eingestürzten Gebäudes liegt. Dort produzieren rund 500 Fabriken, unter ihnen die wichtigsten des Landes. In Ashulia hatten nach Polizeiangaben am Montag die Arbeiter von rund vier Fünftel der Unternehmen ihre Arbeitsplätze verlassen und protestiert. Sie forderten höhere Löhne und die Hinrichtung des Eigentümers des eingestürzten Rana-Plaza-Kompexes. Bei dem Unglück nahe der Hauptstadt Dhaka waren mehr als 1.100 Menschen getötet worden.

Das Abkommen „Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh“ >> als PDF zum Download

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