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Auch Benetton unterschreibt Brandschutz-Abkommen in Bangladesch

Mailand (afp) – Nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mit über tausend Toten ist auch der italienische Modekonzern Benetton einem Abkommen zur Brandschutz- und Gebäudesicherheit beigetreten. „Wir haben die Entscheidung getroffen, die Vereinbarung mit den Gewerkschaftsverbänden IndustriALL und UNI zu unterzeichnen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Das Abkommen sieht unter anderem die Einsetzung von Brandschutz-Verantwortlichen in den Betrieben und eine intensive Prüfung der Bausubstanz vor.

Benetton folgt damit dem Beispiel zahlreicher anderer Modeketten. Die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign, CCC) begrüßte am Dienstag, dass nach dem fatalen Unglück im April zahlreiche westliche Textilunternehmen das Abkommen zur Arbeitssicherheit unterzeichnet hätten, unter ihnen der schwedische Modekonzern H&M, der Zara-Eigentümer Inditex sowie die Ketten C&A und Hess Natur. Vorreiter waren Tchibo und der US-Konzern PVH, zu dem die Marken Tommy Hilfiger und Calvin Klein gehören.

Herzstück des Abkommens sei die Verpflichtung der Modehäuser, die Kosten für Instandsetzungen und Arbeitsschutz-Maßnahmen zu finanzieren, erklärte die CCC. „Dadurch werden finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, damit die Fabriken in Bangladesch sicher werden.“ Außerdem wachse nun der Druck auf andere Firmen, sich ebenfalls an dem Abkommen zu beteiligen. Es bestehe die „Chance für strukturelle Veränderungen in der Textilindustrie Bangladeschs“.

Der Rana-Plaza-Komplex nahe der Hauptstadt Dhaka war im April eingestürzt. Mittlerweile wurden mehr als 1100 Tote aus den Trümmern des Gebäudes geborgen. Das Unglück sorgte für massive Proteste gegen die Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen in den Textilfabriken des Landes. Am Montag schlossen hunderte Fabriken wegen Sicherheitsmängeln für immer ihre Tore.