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Audi berichtet: Aus Wachstum wächst Verantwortung

Alle 22 Sekunden wird irgendwo auf der Welt ein Audi an seinen neuen Besitzer übergeben – das waren im vergangenen Jahr fast 1,5 Millionen Fahrzeuge. Doch damit gibt man sich in Ingolstadt nicht zufrieden und peilt bis 2020 rund zwei Millionen verkaufte Autos pro Jahr an. Unter welchen Bedingungen werden die produziert? Im heute vorgestellten ersten CR-Bericht liefert Audi Antworten.

Ingolstadt (csr-news) > Alle 22 Sekunden wird irgendwo auf der Welt ein Audi an seinen neuen Besitzer übergeben – das waren im vergangenen Jahr fast 1,5 Millionen Fahrzeuge. Doch damit gibt man sich in Ingolstadt nicht zufrieden und peilt bis 2020 rund zwei Millionen verkaufte Autos pro Jahr an. Unter welchen Bedingungen werden die produziert? Im heute vorgestellten ersten CR-Bericht liefert Audi Antworten.

‚Vorsprung durch Technik‘ lautet der bekannte Slogan des Ingolstädter Autobauers und diesem Anspruch wird Audi immer wieder gerecht. Im Bezug auf Nachhaltigkeit ist Audi allerdings eher ein Nachzügler. Während beispielsweise der Wettbewerber aus dem benachbarten München schon länger auch als „grüner“ Automobilproduzent auftritt, ebenso wie die Konzernmutter VW, hat Audi erstmalig in der Firmengeschichte einen CR-Report vorgelegt. „So wie wir wachsen, wächst auch unsere Verantwortung“, sagte Vorstandssprecher Rupert Stadler bei der Eröffnung der heutigen Hauptversammlung. „Dieses Bekenntnis haben wir in unserer Strategie 2020 verankert“. Nun soll volle Transparenz über die Ziele und Aktivitäten der Audi AG und ihrer Tochtergesellschaften hergestellt werden.

Diesbezüglich fallen zunächst zwei wichtige Ereignisse aus dem vergangenen Jahr ins Auge: Im Februar ist Audi dem UN Global Compact beigetreten und im November wurde ein Stakeholder-Forum mit 60 Vertretern wichtiger gesellschaftlicher Gruppen durchgeführt. Ihre Zitate leiten im vorliegenden Bericht die einzelnen Kapitel ein. So sagt beispielsweise ein Mitarbeiter zur Strategie des Automobilkonzerns: „Für Audi wird es erfolgskritisch sein, ob zu Zukunftsfragen eine eigene Haltung entwickelt wird“. Audi will eine weltweit führende Premiummarke werden und bleiben. Zum angestrebten wirtschaftlichen Erfolg gehören die Wahrnehmung der gesellschaftlichen und ökologischen Verantwortung. Dies führt dazu, dass aus dem bereits erwähnten Werbeslogan ‚Vorsprung durch Technik‘ das Motto für die nachhaltige Ausrichtung der Produkte wird. Die technischen und ökologischen Anforderungen steigen, Unternehmensverantwortung muss sich deshalb vor allem im Kerngeschäft zeigen, heißt es dazu im Bericht.

Für einen Automobilhersteller – besonders im Premiumsegment – bedeutet das vor allem mehr Effizienz, alternative Antriebsformen und eine Reduzierung klimaschädlicher Emissionen. Die Audi-Entwickler haben deshalb als Ziel: jedes neue Modell muss gegenüber dem Vorgänger weniger Sprit verbrauchen und dadurch auch weniger CO2-Emissionen freisetzen. Dafür analysiert man in Ingolstadt die gesamte Produktionskette und den gesamten Lebenszyklus des Produkts. Mit zertifizierten Umweltbilanzen will Audi für jede neue Baureihe belegen, wie sich die Umweltauswirkungen gegenüber dem jeweili­gen Vorgängermodell verringert haben. Laut einer Studie des Center of Automotive Management im Oktober 2012 war Audi der Premiumhersteller mit der besten CO2 -Bilanz seiner Fahrzeuge, heißt es im Bericht. Konkret: bei 138g pro gefahrenen Kilometer liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoss der in Europa verkauften Fahrzeuge. Einzelne Modelle liegen deutlich darunter, allerdings nicht jene, mit denen der Konzern sein Hauptgeschäft macht und die für die Marke stehen. Neben effizienteren Motoren setzt Audi vor allem auch auf eine leichtere Bauweise der Fahrzeuge. Beispielsweise konnte der aktuelle A3 in Leichtbauweise rund 90 Kilogramm abspecken werden und verbraucht dadurch bis zu 0,3 Liter weniger Sprit. Für die Zukunft setzt Audi auf die Weiterentwicklung der schon jetzt sehr leistungsfähigen Hybrid-Aggregate. Abgerundet werden die Kapitel Produkt und Umwelt durch einen Beitrag mit dem Titel: ‚Autos gehören in die Wertstofftonne‘. Darin spricht der Journalist Volker Bormann an, wie schwierig Nachhaltigkeit und automobile Träume zusammenpassen und dass sich vernünftige Autos einfach nicht verkaufen.

Im Selbstverständnis von Audi ist seit langem auch die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern verankert. Dazu gehören persönliche Entwicklungsperspektiven genauso wie ein attraktives Arbeitsumfeld. Unternehmensleitung und Betriebsrat vereinbarten im Jahr 2012 für alle Audi-Mitarbeiter eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2018. Mehr als 70.000 Mitarbeiter beschäftigt Audi weltweit. Im vergangenen Jahr haben knapp 750 junge Menschen eine Ausbildung oder ein duales Studium in den Audi-Werken Ingolstadt und Neckarsulm begonnen. Auch beim akademischen Nachwuchs wird Audi geschätzt und so wurde das Unternehmen erst vor wenigen Wochen zum beliebtesten Arbeitgeber gewählt. Und das, obwohl Audi mit einem Frauenanteil von nur 13,7 Prozent eine absolute Männerdomäne ist.

Insgesamt ist der CR-Report mit dem Titel „Wir leben Verantwortung“ ein gelungener Einstieg in die Berichterstattung. Als eine VW-Konzernmarke berichtet Audi nicht kapitalmarktgetrieben, wohl aber ‚markengetrieben‘. Denn besonders das Premiumsegment funktioniert nicht mehr ohne eine breit aufgestellte gesellschaftliche Unternehmensverantwortung. Bevor Audi seinen ersten Bericht vorbereitete, verankerte der Konzern das Thema Nachhaltigkeit auf breiter Basis. Die GRI-Einstufung B+ macht allerdings das in der Berichterstattung noch vorhandene Potenzial deutlich. Die Printversion steht zum Download bereit und ist eine Kurzfassung des vollständigen, online verfügbaren Reports. Der nächste Bericht erscheint 2015, eine Aktualisierung der wesentlichen Kennzahlen hat Audi für nächstes Jahr angekündigt.