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Ein „großer Hebel“: CO2-Reduzierung in der Lieferkette des Handels

„Der Handel ist die Schnittstelle zwischen Industrie- und Schwellenländern und besitzt damit eine große Chance und auch Verantwortung das Klima zu schützen.“ Das erklärte der Vorsitzende der Carbon Performance Improvement Initiative (CPI2), Matthias Händle. In der 2011 gegründeten Initiative haben sich neun deutsche Handelsunternehmen zusammengeschlossen, um CO2-Emissionen in ihren Lieferketten zu senken.

Hamburg (csr-news) – „Der Handel ist die Schnittstelle zwischen Industrie- und Schwellenländern und besitzt damit eine große Chance und auch Verantwortung das Klima zu schützen.“ Das erklärte der Vorsitzende der Carbon Performance Improvement Initiative (CPI2), Matthias Händle, am Montag gegenüber der Presse. In der 2011 gegründeten Initiative haben sich neun deutsche Handelsunternehmen zusammengeschlossen, um CO2-Emissionen in ihren Lieferketten zu senken. Dazu hat die CPI2 ein Onlinetool für Produzenten in Schwellenländern entwickelt, das individuelle Empfehlungen zu Einsparmaßnahmen auswirft. Lieferanten erhalten ein Zertifikat, wenn sie diese Maßnahmen erfolgreich umsetzen. „Der Umgang mit Energie ist in vielen Beschaffungsregionen trotz riesiger Versorgungsengpässe verschwenderisch“, so Händle. Tests in etwa 30 Fabriken hätten gezeigt, dass dieses Tool „einen großen Hebel in den Produktionsstätten weltweit“ bietet.

So wurde bei einem chinesischen Zulieferer Anfang 2012 ein veralteter Boiler gegen einen neuen ausgetauscht. Die Investitionskosten konnte das Unternehmen innerhalb 6 Monaten durch Energieeinsparungen refinanziert; jährlich werden 50t CO2-Emissionen eingespart. Bei einem Schuhfabrikanten in Indien wurde das Druckluftsystem optimiert. Die schrittweise Verringerung des Druckniveaus, zusätzliche Ventile zum Abtrennen von Leitungen und die Installation verlustarmer Leitungen waren kostengünstige Maßnahmen, die sich zeitnah rentierten. Aber auch die Anschaffung eines energieeffizienten Kompressors rechnete sich innerhalb von zwei Jahren.

Bisher nutzen rund 300 Fabriken in China, Indien, Bangladesch und der Türkei das Tool, dessen Entwicklung und Implementierung durch Systain Consulting erfolgt. Durch die Mitgliedsunternehmen der CPI2 haben die Teilnehmer von dem Programm erfahren, das jedoch kein „Compliance-Tool“ sein will und nicht „Audit-getrieben“ ist. Während für die Einkäufer die Reduzierung ihres CO2-Fußabdrucks im Vordergrund steht, spielt für die Lieferanten das Einsparpotential durch einen verringerten Energieverbrauch eine wichtige Rolle. Gefördert wird die CPI2 von der DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, das Umweltbundesamt begleitet sie fachlich. Zur Initiative gehören die Unternehmen Ernsting’s family, HSE24, KiK, Otto Group, QVC, Reno, s.Oliver, Tchibo und Tom Tailor.

Die Carbon Performance Improvement Initiative im Internet:
www.cpi2.org

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