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Apple weist Vorwurf der Steuertrickserei zurück

Washington (afp) – Der US-Elektronikkonzern Apple hat den Vorwurf der Steuertrickserei zurückgewiesen. Noch vor der Anhörung von Konzernchef Tim Cook im Senat erklärte Apple am Dienstag, das Unternehmen zahle eine „außerordentliche Summe“ an Steuern in den USA und sei der „vielleicht größte Unternehmensteuerzahler“ in den Vereinigten Staaten. Im vergangenen Steuerjahr habe sich diese Summe auf fast sechs Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) belaufen.

In Bezug auf Vorwürfe, die in einem Bericht des US-Senats aufgelistet sind, erklärte Apple, der Konzern verlagere keineswegs seine Rechte an geistigem Eigentum in Niedrig-Steuer-Länder, um US-Steuerzahlungen zu umgehen. Apple horte kein Geld auf einer Karibikinsel und habe kein Konto auf den Cayman-Inseln.

Der Konzern verfüge über „bedeutende Summen“ in ausländischer Währung, weil er die Mehrheit seiner Produkte außerhalb der USA verkaufe, teilte Apple weiter mit. 61 Prozent des Umsatzes habe Apple vergangenes Jahr im Ausland erzielt. Das Unternehmen unterstütze das Bestreben einer umfassenden Steuerreform in den USA – auch wenn dies für Apple höhere Steuerzahlungen bedeute.

Der US-Senat hatte am Montag Auszüge aus einem Bericht veröffentlicht, wonach Apple ein komplexes Geflecht aus vielfach im Ausland angesiedelten Firmen nutze, um Steuern zu vermeiden. Am Dienstag sollte Unternehmenschef Tim Cook den Senatoren Rede und Antwort stehen.

Zu Beginn der Anhörung bekräftigte der demokratische Senator Carl Levin die Vorwürfe. Einige der Apple-Ableger im Ausland seien „Scheinfirmen“, sagte er. „Apple ist ein großartiges Unternehmen, aber kein Unternehmen sollte in der Lage sein festzulegen, wie viel Steuern es zu zahlen hat.“ Der republikanische Senator John McCain stimmte in die Kritik ein. Apples „schädliche“ Strategie zur Steuervermeidung sei „absolut empörend“, sagte er.