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Aktivisten kritisieren Folgen von Kohleabbau in Mosambik

Maputo (afp) – Die global tätigen Bergbaufirmen Vale und Rio Tinto haben nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) bei der Umsiedlung tausender Menschen im Norden Mosambiks zahlreiche Existenzen zerstört. Wie die Organisation am Donnerstag berichtete, wurden seit 2009 im Zuge des Kohleabbaus mehr als 1400 Haushalte umgesiedelt. Die betroffenen Menschen hätten seitdem zum großen Teil erhebliche Probleme, Arbeit zu finden und an Nahrung oder Trinkwasser heranzukommen.

Viele Menschen wurden demnach in kargen Gegenden ohne Fluss und ohne Wasserversorgung angesiedelt. Die HRW-Forscherin Nisha Varia erklärte, für einige sei der nächste Markt, wo sie früher ihre Waren verkaufen konnten, nun 40 Kilometer entfernt.

Mehr als die Hälfte der nördlichen Provinz Tete ist laut HRW für Bergbauaktivitäten vorgesehen. Damit verringere sich die Fläche für den Ackerbau beträchtlich. Dieselbe Gefahr drohe auch in anderen Teilen des Landes, denn die Regierung in Maputo habe bereits zahlreiche Bergbaulizenzen erteilt. Dagegen protestierten betroffene Bauern wiederholt mit Straßenblockaden.

Das brasilianische Unternehmen Vale und die britisch-australische Gruppe Rio Tinto gehören zu den Firmen, die führend am Kohleabbau in Mosambik beteiligt sind. HRW forderte die Regierung zu Gesetzesänderungen auf. Von den Herkunftsländern der Bergbaufirmen verlangte die Menschenrechtsorganisation, deren Aktivitäten besser zu überwachen.

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