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Schwerpunktthema 3. Sektor: Blick in den neuen Jahresbericht von Transparency Deutschland

Das abgelaufene Geschäftsjahr war für den deutschen Ableger von Transparency International ein ereignisreiches aber auch ein erfolgreiches, wie die Vorsitzende Edda Müller im Vorwort schreibt. Korruptionsbekämpfung bleibt ein Dauerthema, das belegen nicht nur die zahlreichen Aktivitäten des Vereins, sondern auch immer wieder auftauchende Skandale. Erfolge zeigen sich bei der Transparenzinitiative für den eigenen Sektor.

Berlin (csr-news) > Das abgelaufene Geschäftsjahr war für den deutschen Ableger von Transparency International ein ereignisreiches aber auch ein erfolgreiches, wie die Vorsitzende Edda Müller im Vorwort des neuen Jahresberichts schreibt. Korruptionsbekämpfung bleibt ein Dauerthema, das belegen nicht nur die zahlreichen Aktivitäten des Vereins, sondern auch immer wieder auftauchende Skandale. Erfolge zeigen sich bei der Transparenzinitiative für den eigenen Sektor.

Etwas mehr als 395.000 Euro stand dem Verein im vergangenen Jahr für seine Arbeit zur Verfügung, die in ähnlicher Höhe auch verbraucht wurden, größtenteils für Personalaufwendungen. Der Verein besteht aus 1.119 Einzelmitgliedern und 45 korporativen Mitgliedern wie Unternehmen, Organisationen oder Kommunen. Mit einem vergleichsweise kleinen Team gelingt es, der deutschen Sektion dennoch für Aufmerksamkeit zu sorgen. Ein zentraler Weg dabei ist die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Über 2100 Erwähnungen in der Presse und den Medien zeugen von der Bedeutung einer aktiven Korruptionsbekämpfung. Aber auch im Internet und den sozialen Netzwerken wird die Arbeit von Transparency zunehmend wahrgenommen. Monatlich mehr als 160.000 Besuche der Internetseite, 5221 Abonnenten des Newsletters, 2247 Facebook Freunde und 2780 Follower bei Twitter sind einige Kerndaten zu den Online-Aktivitäten. „Generell bewies das Jahr 2012 unsere gute Positionierung in der Medienlandschaft. Wir sind für die Journalisten der erste Ansprechpartner, wenn aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Ereignisse bekannt werden, die den Anschein der Vorteilsnahme sowie mangelnder Redlichkeit nahelegen“, schreibt Edda Müller dazu.

Als positiv lässt sich auch die Entwicklung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft beschreiben. Die 2010 auf Bestreben von Transparency Deutschland gestartete Initiative will im Zuge der Selbstverpflichtung Organisationen des dritten Sektors zu mehr Transparenz bewegen. Dazu sollen zehn klar definierte Informationen auf den Webseiten veröffentlicht werden, u.a. Angaben zur Herkunft der Einnahmen und deren Verwendung. Sind die Angaben vollständig, dürfen die Organisationen das Logo der Initiative verwenden. Über 100 neue Unterzeichner konnten im vergangenen Jahr dazugewonnen werden, sodass sich inzwischen 360 NGOs und NPOs zu mehr Transparenz verpflichtet haben. Die Bandbreite der Unterzeichner reicht dabei von bundesweit aktiven Großorganisationen mit Millionen an Spendenaufkommen hin zu lokalen Kleinstorganisationen. Regional verteilen sich die Organisationen auf das gesamte Bundesgebiet mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Berlin, mit über 200 Unterzeichnern. Als Grund nennen die Verantwortlichen, dass sich die Liga-Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin per Selbstverpflichtung darauf verständigt haben, gegenüber ihren Trägern und Diensten der freien Jugendhilfe auf einen Beitritt bei der ITZ hinzuwirken.

Ein Schwerpunkt im vergangenen Jahr war die Arbeit am nationalen Integritätsbericht. Eingebettet in ein europäisches Projekt hat Transparency dabei den Stand der Korruptionsbekämpfung in Deutschland untersucht. In weiteren 25 europäischen Ländern wurden ähnliche Berichte verfasst, die sich alle, an einem von Transpareny International entwickelten, Schema orientieren. In Deutschland wurden 13 Institutionen danach bewertet, wie gut sie ausgestattet sind, ob sie Antikorruptionsmaßnahmen etabliert haben und inwieweit sie zur allgemeinen Korruptionsbekämpfung in Deutschland beitragen. Der Bericht listet 84 Forderungen zur Stärkung der Korruptionsprävention und -repression auf. Im Juni wurde dann der europäische Integritätsbericht veröffentlicht, der unter dem Titel „Money, Politics, Power: Integrity in Europe“ die Ergebnisse der einzelnen Länderberichte zusammenfasste.